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Schlaganfall-Symptome richtig deuten - so erkennen Sie einen Hirnschlag

Hirnschlag-Vorboten erkennen

Jedes Jahr erleiden etwa 270.000 Menschen in Deutschland einen Hirnschlag, auch Schlaganfall oder Hirninfarkt genannt. Die Hälfte der Betroffenen ist älter als 75 Jahre, aber auch junge Erwachsene und selbst Kinder können betroffen sein. Erschreckend: Etwa ein Viertel der typischen Symptome eines Hirnschlags (Apoplex) werden hierzulande nicht erkannt.

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Werden die Warnzeichen frühzeitig erkannt, kann ein Hirnschlag vermieden werden.
Hirnschlag-Symptome richtig deuten kann Leben retten. An diesen Vorboten erkennen Sie einen Hirnschlag. © iStock

Hervorgerufen wird der Hirnschlag entweder durch eine abrupte Mangeldurchblutung des Gehirns (transitorische ischämischer Schlaganfall - TIA) oder durch eine Blutung im Gehirn (hämorrhagischer Infarkt). Kommt es dazu, werden pro Sekunde 32.000 Nervenzellen zerstört. Hirnschläge sind hierzulande nach Herzinfarkt die zweithäufigste Todesursache.

Wichtig: Jeder Hirnschlag ist ein akuter Notfall, der tödlich enden kann. Betroffene müssen schnellstmöglich professionell versorgt und in ein Krankenhaus gebracht werden. Am besten ist es, wenn dieses über eine spezielle Hirnschlag-Station, eine sogenannte 'stroke unit' verfügt.

Wie äußert sich der Hirnschlag?

Ein Hirnschlag kommt häufig nicht aus heiterem Himmel. In vielen Fällen kündigt er sich durch kleinere, vorübergehende Durchblutungsstörungen an: Eine TIA beispielsweise kann wenige Minuten bis 24 Stunden bestehen.

Typische Symptome für einen Hirnschlag

Achtung, auch wenn die Symptome nur kurz andauern, nehmen Sie diese Warnzeichen unbedingt ernst und lassen Sie die Ursache sofort von einem Arzt abklären!

Typische Symptome sind:

• plötzliche einseitige Lähmung, insbesondere im Arm

• einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein, Gesicht, Zunge oder Mundraum (taubes, pelziges oder kribbeliges Gefühl)

• einseitig herabhängender Mundwinkel

• Sehstörungen (verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen) bis hin zur vorübergehenden Erblindung

• Sprachstörungen (undeutliches Sprechen, Wiederholungen von Wörtern oder Silben, lange Pausen) bis hin zum Verlust des Sprachvermögens

• Verminderte Ausdrucksfähigkeit (der Betroffene kann nicht mehr benennen, was er möchte oder äußert sich sinnlos)

• Verständnisstörungen (Anweisungen werden nicht oder falsch umgesetzt)

• Verwirrtheit

• Hörverlust

• Gleichgewichtsstörungen, Schwindel (Stehen und Sitzen ist nicht mehr möglich)

• Übelkeit, Erbrechen

• Bewusstlosigkeit

• Starke Kopf- und Nackenschmerzen (setzen schlagartig ein und sind kaum zu ertragen: typisch bei einer Gehirnblutung)

Viele Betroffene gehen nicht zum Arzt, weil sie die Symptome meist falsch deuten. Oft wird gehofft, dass mit dem Verschwinden der Beschwerden alles wieder in Ordnung sei. Aber: Gehen Sie besser einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig.

Ist der Hirnschlag überstanden, beugen neue Wirkstoffe einem weiteren Schlaganfall vor. Bisher wurde vor allem der Wirkstoff Phenprocoumon eingesetzt, um die Blutgerinnung zu verhindern. Inzwischen gibt es allerdings zuverlässigere Wirkstoffe: Rivaroxaban, Dabigatran und Apixaban ermöglichen eine Therapie mit deutlich weniger Arztbesuchen.