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Schlaganfall im Babybauch: Frederik ist ein Kämpfer

"Wir hatten Angst, dass er sterben würde"

Schlaganfall im Babybauch: Dieses Schicksal hat der heute zwölfjährige Freddy erlitten. Für seine Eltern war diese Diagnose in der Schwangerschaft ein Schock. Durch den Schlaganfall ist der kleine Junge geistig und körperlich eingeschränkt und hatte Epilepsie. Seine Ärzte rieten ihm jetzt zu einer riskanten Operation.

In Deutschland erleiden jährlich rund 300 Kinder und Jugendliche einen Schlaganfall. Der 'Schlaganfall Hilfe' zufolge schätzen Experten, dass ein Drittel davon Neugeborene sind. Vor zwölf Jahren ereilte auch Freddy aus Kassel dieser Schicksalsschlag. "Die Konsequenzen waren, dass er eine Halbseitenlähmung davon getragen hat, und er hat akustische Wahrnehmungsstörungen", erklärt uns seine Mutter Stephanie im Interview.

Die Folge sind epileptische Anfälle, Freddy ist außerdem lernbehindert. Vor einigen Monaten hat sich sich der Gesundheitszustand des Zwölfjährigen rapide verschlechtert. Er magerte ab, wog nur noch 21 Kilogramm. Der Grund: Durch den Schlaganfall wurde eine Gehirnhälfte geschädigt und diese Schädigung legte Freddys Körper lahm.

"Wir hatten Angst, dass er sterben würde. Sein Zustand verschlechterte sich dermaßen, dass wir Angst hatten, dass es Frederik dieses Jahr nicht mehr geben würde", beschreibt sein Vater Klaus. Deswegen entschloss sich die Familie zu einer riskanten Operation. Das Ziel: Die geschädigte Gehirnhälfte sollte vom Rest des Körpers getrennt werden, dadurch soll die gesunde Gehirnhälfte wieder besser arbeiten.

"Wir haben immer versucht, das Beste aus unsere Situation zu machen"

Der Eingriff kann aber auch das Gegenteil bewirken: "Es kann vor allem im ersten Jahr zu einer Verschlechterung der vorher schon vorhandenen Funktionen kommen. Das heißt, es kann zu einer Verschlechterung der Halbseitenlähmung, der Anfallsituation oder der Sprachfunktionen kommen", erklärt die Kinderneurologin Katharina Diepold.

Doch bei Freddy ist die OP ein voller Erfolg: Schon kurz danach kann er wieder sprechen und laufen. Und endlich hat die lange Zeit der Ungewissheit für ihn ein Ende. "Wir haben nie mit unserem Schicksal gehadert, sondern haben immer versucht, aus jeder Situation das Beste zu machen", sagt seine Mutter. "Letzten Endes freut man sich, dass es ihm so gut geht und dass wir einen normalen Familienalltag entwickeln können. Das ist mehr wert als alles andere auf der Welt."

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