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Schlaganfall bei Kindern: Leony (10) brach auf dem Fußballplatz zusammen

Wie unterscheiden sich kindliche Schlaganfälle?

Von einem Tag auf den anderen sitzt die zehnjährige Leony plötzlich im Rollstuhl. In ihren jungen Jahren erlitt sie auf dem Fußballplatz plötzlich einen Schlaganfall. Mit diesem dramatischen Schicksal ist sie nicht allein: Jedes Jahr erleiden 300 Kinder in Deutschland einen Schlaganfall. Eine Tatsache, die vielen Menschen nicht bewusst ist und auf die der Welt-Schlaganfall-Tag aufmerksam machen soll.

Schlaganfall bei Kindern: Leony (10) brach auf dem Fußballplatz zusammen
Seit ihrem Schlaganfall ist Leonys linke Körperhälte gelähmt

Mitte September kollabierte Leony plötzlich auf dem Fußballplatz und bewegte sich nicht mehr. Selbst erinnert sie sich an den Tag nicht mehr. Zunächst vermuteten die Ärzte einen Migräneunfall, doch nach etlichen Untersuchungen erhalten sie die Diagnose: Schlaganfall. Seitdem ist Leony an den Rollstuhl gebunden und sie und ihr Mutter können das Krankenhaus nur am Wochenende verlassen.

Dass ein Schlaganfall auch Kinder treffen kann und nicht nur ältere Menschen, das ist vielen Menschen nicht bewusst. Die Symptome bei einem kindlichen Schlaganfall unterscheiden sich jedoch nicht grundlegend von denen bei Erwachsenen. Zu erkennen ist ein Anfall bei Kindern an einer Lähmung der Gesichtszüge und anderer Gliedmaßen - es kann zum Beispiel nicht mehr pfeifen oder die Arme richtig heben. Außerdem wird die Sprache schleppend und schwer zu verstehen.

So verkraften Kinder einen Schlaganfall

"Prinzipiell ist es so, dass Kinder sich von einem Schlaganfall besser erholen können als erwachsene Menschen", erklärt Allgemeinmediziner Dr. Christian Specht. "Das liegt daran, dass das Gehirn noch sehr plastisch ist." Denn Schlaganfälle ereignen sich fast immer im Hirn, wenn ein Blutgefäß verstopft und somit die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn unterbrochen ist.

Vor ihrem Schlaganfall war Leony eine gute Schülerin – heute kann sie mehr lesen und schreiben und ihre gesamte linke Körperhälfte ist gelähmt. Die neue Lebenssituation ist für Leonys Mutter schwer – sie weiß nicht, wie es weitergehen soll oder was für Therapien es gibt. Unterstützung erhält sie von der Stiftung 'Deutsche Schlaganfall Hilfe'. Sie lernt Privatleben und Tagesabläufe zu organisieren, Freiräume für sich selbst zu schaffen und trotzdem für ihre Tochter da zu sein.

Dinge, wie einen Ball zu fangen oder gar Fußball zu spielen, muss Leony jetzt erst einmal wieder lernen. "Wenn man zum Beispiel einen Ball greifen will, sollte man sich die Bewegung vorstellen. Meistens klappt es dann", erzählt die 10-Jährige. Wir wünschen Leony, dass sie ganz bald wieder auf dem Platz stehen kann.

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