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Schlafstörung Sexomnie: Sex im Schlaf

Sex im Schlaf: So erkennt man Sexomnie
Sexsomnie ist eine bislang verkannte Schlafstörung © picture alliance / Bildagentur-o

Sexomine: Wenn uns im Schlaf die Sexlust packt

Dass manche Menschen schlafwandeln ist ja bereits bekannt. Doch manche werden im Schlaf sexuell aktiv. Diese Form der Schlafstörungen nennen Fachleute "Sexsomnie". Menschen die daran leiden, versuchen im Schlaf Sex mit ihrem Partner zu haben oder masturbieren, ohne dass sie sich nach dem Aufwachen daran erinnern können.

Sowohl für die Betroffenen als auch ihre Partner ist diese Form der Sexlust höchst peinlich. Deshalb galten Fälle vom Sex im Schlaf bislang als Tabuthema. Erstmals zeigt eine kanadische Studie Daten zur Verbreitung von Sexsomnie: Jeder zehnte Mann und jede 25. Frau leiden darunter.

Doch was sind die Ursachen dieser Schlafstörung? Professor Göran Hajak vom Schlafmedizinischen Zentrum der Uni-Klinik Regensburg erklärt: "Normalerweise ist die Muskulatur im Schlaf während des Träumens gelähmt. Bei Sexsomnie-Patienten gibt es eine hirnorganische Störung und die Lähmung ist nicht vollständig. Sie können sich also bewegen und Träume und Erregungszustände ausleben". Zudem klagen die Betroffenen von Sexsomnie über Einschlafprobleme, Müdigkeit und gedrückte Tagesstimmung. Sie sollten ärztlichen Rat in einem Schlaflabor suchen, denn diese Schlafstörung ist therapierbar. "Durch verschiedene Medikamente, die die Bewegungsausübung hemmen oder die Schlaftiefe regulieren, können wir den Patienten helfen", versichert Hajak.

Übrigens: In England wurde kürzlich ein Mann vor Gericht vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen: Er wusste von seinen schlafwandlerischen Sex-Attacken auf seine Partnerin nichts mehr. Er hatte glaubhaft machen können, dass er während der Tat schlief und deshalb unzurechnungsfähig war.

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