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Schlaflernprogramm Ferber-Methode: Wie sie funktioniert und warum sie so umstritten ist

8 Tipps, damit dein Baby lernt, durchzuschlafen
8 Tipps, damit dein Baby lernt, durchzuschlafen Hebammen-Tipps 00:01:38
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Ihr Baby will nicht schlafen: Ist die Ferber-Methode der richtige Ansatz?

Wenn es um Erziehungsfragen geht scheiden sich bekanntlich die Geister. Was für die einen den Inbegriff einer guten Erziehung ausmacht, wird von andren verpönt und rigoros abgelehnt. Ähnliche Reaktionen löst auch das umstrittene Schlaflernprogramm, die sogenannte Ferber-Methode, aus. Hier erfahren Sie wie sie genau funktioniert.

Die Entstehung des Ferberns

Richard Ferber, so lautet der Name des amerikanischen Kinderarztes, Neurologen und Professors, auf dessen Name die Methode zurück zu führen ist. Unter seiner Leitung steht das Zentrum für Schlafstörungen im Kinderkrankenhaus von Boston. Mitte der 80er Jahre entwickelte er ein Schlaflernprogramm, mit dessen Hilfe Kinder das Ein- und Durchschlafen erlernen. Der Zustand ‚ständig müde‘ von Kind und Eltern soll dank dieser Technik der Vergangenheit angehören.

Die Methode basiert auf der Grundlage der Verhaltenstherapie, dass jedes Verhalten erlernt jedoch auch wieder abtrainiert werden kann. Konkret in diesem Fall soll dem Kind das selbstständige Beruhigen und Einschlafen erlernt und das sich aufregen, sobald die Eltern außer Sichtweite sind, abtrainiert werden.

Und so funktioniert die Ferber-Methode in der Praxis

Zunächst wird das Kind mit Unterstützung von beruhigenden Einschlafritualen auf die Schlafenszeit eingestimmt. Zu diesen Ritualen zählt beispielsweise das Vorlesen, das Singen von Schlafliedern oder ausgiebiges Kuscheln. Anschließend wird das noch wache Kind ins Bett gelegt und die Eltern verlassen den Raum.

Bekommt das Kind daraufhin Panik und beginnt zu weinen, ist es Aufgabe der Eltern erneut den Raum zu betreten, es mit beruhigenden Worten oder Streicheleinheiten zu trösten und danach das Zimmer wieder zu verlassen. Wichtig, das Kind darf zum Beruhigen jedoch nicht aus dem Bett gehoben oder auf den Arm genommen werden. Dieser Vorgang wird in festgelegten Zeitabständen so oft wiederholt, bis das Kind eingeschlafen ist. 

Eltern werden bei dieser Technik nicht dazu angehalten ihr Kind dauerhaft alleine schreien zu lassen. Das regelmäßige Erscheinen der Eltern in unmittelbarer Nähe spielt eine entscheidende Rolle in diesem Lernprozess.

Erste Erfolge hinsichtlich des selbstständigen Einschlafens sollen bereits nach drei Tagen bis spätestens zwei Wochen zu verzeichnen sein. Ferber räumt allerdings auch ein, dass die Methode nicht bei allen Kindern funktioniert und nicht als gängige Einschlaf-Taktik, sondern lediglich als Notfallprogramm für Kinder, die sich nur schwer beruhigen lassen, erachtet werden sollte.

Zu Recht umstritten?

Woran genau sich viele Ferber Gegner und Kritiker stören ist eindeutig. Ein Kind über längere Zeit hilfeflehend weinen zu lassen, lässt sich für viele schlichtweg mit dem eigenen Gewissen nicht vereinbaren. Wozu das Urvertrauen des Kindes gefährden und es mit dem Gefühl alleine gelassen zu werden verängstigen? Das angeborene Schutzbedürfnis des Kindes gilt es als Eltern zu befriedigen.

Auch ist immer wieder von langfristigen gesundheitlichen Folgen, die durch die Stresssituationen ausgelöst werden sollen, die Rede. Kritiker sind sich einig, die Ferber-Methode ist alles andere als gesund für das Kind.

Konkrete Studien, die wissenschaftlich beweisen, dass die Ferber-Methode bei Kindern nachhaltige Schäden hinterlässt, gibt es bislang jedoch keine. Laut dem Ergebnis einer australischen Studie aus dem Jahr 2016 soll es sogar keinen Unterschied machen, ob ein Baby mit Hilfe der Ferber-Methode oder einer anderen beliebigen Taktik die bestehenden Schlafgewohnheiten erlangt hat.

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