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Schimpfen erweitert den Wortschatz

Schimpfen erweitert den Wortschatz
Verdammt, ist das eine tolle Nachricht: Wer häufig flucht verfügt über einen größeren Wortschatz © CHIOSEA_ION

Heute schon geschimpft?

Verdammt, wer hätte das gedacht: Schimpfende Menschen verfügen über einen größeren Wortschatz! Sich lautstark aufzuregen und mit Kraftausdrücken um sich zu schmeißen ist entgegen vieler Meinungen kein Zeichen mangelnder Sprachfertigkeit. Dies zeigt nun eine US-amerikanische Studie, die im Fachmagazin 'Language Science Journal' veröffentlicht wurde.

Die Forscher Kristin und Timothy Jay stellten sich die Frage, ob Schimpfen wirklich mit einem Mangel an Eloquenz und Vokabular zusammenhängt. Sie beauftragten die Teilnehmer ihrer Studie mit zwei Aufgaben. Zunächst sollten sie ihrem Ärger Luft machen und eine Minute lang drauf los schimpfen. Ziel war es, so viele Kraftausdrücke wie es nur geht aufzusagen. Bei einer weiteren Aufgabe wurden die Probanden aufgefordert, in ebenfalls einer Minute alle Tiernamen aufzusagen, die ihnen einfielen.

Das Ergebnis war verblüffend: Diejenigen, die viele Kraftausdrücke auf Lager hatten, kannten auch gleichzeitig mehr Tiernamen. Die Psychologen bewerteten das Ergebnis positiv: "Menschen, die Tabu-Wörter benutzen, haben ein gutes Verständnis für ausdrucksstarke Sprache, ebenso wie für die feinen Unterschiede, die nötig sind, um Kraftausdrücke angemessen einzusetzen", so äußerten sich die Psychologen der Studie im Internetportal 'Metro UK'.

Doch Achtung: Wer viel flucht, möge vielleicht einen größeren Wortschatz besitzen, aber nicht unbedingt die Sympathie seiner Mitmenschen. Ob es sich beim Fluchen also wirklich um einen positiven Effekt handelt, sei dahingestellt.

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