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Schichtarbeit der Eltern: Kinder oft fettleibig und lernschwach

Problemkinder durch Schichtarbeit

Schichtarbeit hat schlechte Auswirkungen auf die Kinder

Wenn die Eltern abends, in der Nacht oder am Wochenende arbeiten, leiden darunter die Kinder. Und zwar nicht nur psychisch. Kinder von Eltern mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten lernen erst spät sprechen, sind deutlich schlechter in der Schule, werden fettleibig und entwickeln mehr Verhaltensauffälligkeiten, wie ADHS. Das fanden Forscher am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) heraus.

Die Wissenschaftler analysierten dazu insgesamt 23 Studien aus den Jahren zwischen 1980 und 2012. Aus 21 dieser Studien ließ sich ein eindeutiger Zusammenhang der kindlichen Defizite mit der Arbeitszeit der Eltern ableiten. Die Forscher sehen die Ursachen der Entwicklungsstörungen unter anderem in Depressionen, die die Eltern durch die Schichtarbeit entwickeln, in den weniger engen Kontakten zwischen Eltern und Kindern und in allgemein geringerer Unterstützung die die Eltern den Kindern geben können.

Wenn die Eltern außerdem alleinerziehend sind oder in Vollzeit in Schichten arbeiten oder nur ein geringes Einkommen haben, dann seien die Schäden, die die Kinder davontragen, besonders stark ausgeprägt, so die WZB-Forscher. Die Wissenschaftler forderten deshalb, dass sozial schwächere Familien in solchen Lebens- und Arbeitssituationen besondere Unterstützung erhalten sollten.

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