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Scheuermann-Krankheit: Ursachen, Vorbeugung und Behandlung von Morbus Scheuermann

Scheuermann-Krankheit: Ursachen, Vorbeugung und Behandlung von Morbus Scheuermann
Die Scheuermann-Krankheit ist eine Erkrankung der Wirbelsäule

Was ist die Scheuermann-Krankheit?

Die Scheuermann-Krankheit ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, die Jugendliche trifft. Daher wird sie auch Adoleszentenkyphose oder Juvenile Kyphose genannt. Laut Statistik sind Jungs eher betroffen als Mädchen. Erkennbar ist Morbus Scheuermann an der charakteristischen Wölbung (Kyphose) des Rückens im Bereich der Brustwirbelsäule. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Krümmung der Lendenwirbelsäule kommen, welches Anatomie-bedingt zu einem Flachrücken führt. Erstmals beschrieben wurde die Krankheit 1921 durch den dänischen Arzt Holger W. Scheuermann (1877-1960).

Auch heute noch ist die genaue Ursache von Morbus Scheuermann, die bis zu acht Prozent der Bevölkerung betrifft, nicht hundertprozentig geklärt. Mediziner gehen davon aus, dass eine Kombination aus genetischer Prädisposition, hormonellen Veränderungen, schwacher Rückenmuskulatur und Fehlhaltungen im Alltag der Grund für die Erkrankung ist. In der Übergangszeit zwischen Kindheit und Jugend ist die Muskulatur nicht besonders gut ausgeprägt, und Bewegungsmangel, aber auch Überlastung durch Leistungssport begünstigen die Juvenile Kyphose zusätzlich. Wer zum Beispiel viel am PC sitzt und zu wenig oder zu viel Sport treibt und genetisch vorbelastet ist, riskiert die Scheuermann-Krankheit.

Und so entsteht die Fehlstellung: Durch Fehlhaltungen bei gleichzeitig schwacher Rückenmuskulatur werden die Wirbelkörper der Brustwirbelsäule an den Vorderkanten unverhältnismäßig belastet. Dadurch kommt es zu Schäden an den Knorpel-Knochen-Verbindungen der Deck- und Bodenplatten der Wirbelkörper, folglich auch zum erhöhten Druck auf die Bandscheiben und auf die Wirbelkörper. Die Wirbel werden weiter eingedrückt, der Rundrücken entsteht.

Die Diagnose zu stellen ist recht einfach: In späteren Stadien erkennt der Orthopäde einen Rundrücken und ein zusätzliches Röntgenbild bestätigt den Verdacht.

Die Scheuermann-Krankheit verläuft in drei Stadien

Stadium 1/Anfangsstadium: Hier gibt es kaum Beschwerden. Hin und wieder klagen Patienten über Rückenschmerzen, die aber nicht sofort auf Morbus Scheuermann zurückgeführt werden.

Stadium 2/Aktives Stadium: Rückenschmerzen setzen ein und der Rundrücken wird erstmals erkennbar. Wenn wie in seltenen Fällen die Lendenwirbel betroffen sind, dann kommt es zu einem Flachrücken.

Stadium 3/Endstadium: Die Wirbelsäule ist nun deutlich deformiert und die daraus resultierende Fehlstellung des gesamten Körpers führt zu Veränderungen der Muskulatur und anderer Gelenke, wie zum Beispiel der Hüftgelenke.

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen können. Die Fehlbildung wieder rückgängig machen können sie jedoch nicht: Kommt es zu einer Deformation, dann gilt es, deren Voranschreiten zu stoppen.

- Krankengymnastik: Hier lernt der Patient, seine Körperhaltung zu kontrollieren und seine Muskulatur zu stärken. Zudem werden betroffene Abschnitte des Rückens beweglich gehalten und eine Versteifung des Körpers vermieden.

- Korsett-Therapie: Manchen Patienten hilft das Tragen eines Korsetts, welches den Rücken in seine natürliche Form bringt und das Voranschreiten der Krankheit stoppen soll. Anfangs muss das Korsett, welches der Arzt nach Bedarf nachjustieren muss, 23 Stunden am Tag getragen werden, auch nachts im Bett. Zum Duschen kann es abgelegt werden.

- Operation: Selten werden die beschädigten Bandscheiben entfernt und die Wirbelsäule mit Metallplatten und Schrauben stabilisiert.

Generell gilt, dass eine korrekte Körperhaltung und Stärkung der Muskulatur sich positiv auf die Prognose auswirken. Wird ein bestimmtes Stadium oder ein bestimmter Krümmungsgrad des Rückens erreicht, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden.

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