Scheidungsurteil: Ex-Schwiegereltern dürfen Geschenke zurückverlangen

Scheidungsurteil: Schwiegereltern dürfen Geschenke zurückverlangen
Nach einer Scheidung dürfen die Ex-Schwiegereltern Geschenke zurückfordern

Nach der Scheidung wollen sie das Haus zurück

Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen. Diesen Spruch kennen wir alle schon seit unserer Kindheit. Doch scheinbar gilt dieses Pseudo-Gesetz bald nicht mehr für alle von uns. Genauer gesagt gilt der Spruch nicht mehr für ehemalige Schwiegereltern bei einer Scheidung ihres Kindes. Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil gefällt, nach dem Menschen das Recht haben, die Geschenke von ehemaligen Schwiegertöchtern- und söhnen zurückzufordern.

Der Fall: Ein Vaters, der seiner Tochter und deren Mann 1993 je zur Hälfte ein Haus geschenkt hatte. Als sich das Paar scheiden ließ, wollte der Vater 2010 die eine Haushälfte, die er seinem Ex-Schwiegersohn übergeben hatte, zurückhaben. Der Schwiegersohn aber wollte seinen Hausanteil lieber verkaufen.

Am Ende gab der Bundesgerichtshof dem Schwiegervater recht: Solche Schenkungen könnten rückabgewickelt werden. Voraussetzung ist demnach nur, dass die Eltern erkennbar das eigene Kind bereichern wollten und dass für sie der Verlust des Geschenks nach der Scheidung der Kinder unzumutbar sei. Das heißt: Der Schwiegervater kann die Haushälfte zurückverlangen, muss aber seinen ehemaligen Schwiegersohn für dessen finanziellen Verlust entschädigen.

Für die Rückabwicklung einer Grundstücksschenkung gelten übrigens Verjährungsfristen von zehn Jahren ab dem Scheidungstermin. Sonst liegt die Verjährungsfrist bei drei Jahren.

Anzeige