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Scheidungskinder: Zum Vater oder zur Mutter - wieviel Eltern braucht das Kind?

Scheidung - und die Kinder? Was nach der Trennung richtig ist

Scheidung - für Kinder ist es das größte Drama der Welt. Und die Eltern versuchen im besten Falle das Dilemma nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne des Kindes zu regeln. Aber wie macht man das? Wo ist das Kind am besten aufgehoben und ist das immer bei der Mama? Moderne Väter wollen oft nicht mehr nur der Wochenendpapa sein, der seinen Sprössling nur jedes zweite Wochenende sehen darf.

Scheidungskinder: Zum Vater oder zur Mutter?
Scheidungskinder - welches Modell ist am besten für Kinder? © Tomasz Trojanowski

160.000 neue Scheidungskinder gibt es in Deutschland jedes Jahr. 90 Prozent bleiben bei der Mutter. Doch gibt es inzwischen neue Modelle, die den Bedürfnissen der Familien individuell entgegenkommen. Bei der Familie des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff wird der Aufenthalt des Sohnes tageweise aufgeteilt. Macht das Sinn, oder werden Kinder damit total durcheinander gebracht?

Einer Langzeitstudie zufolge sind Kinder, die gleich viel mit Mutter und Vater zusammen sind, glücklicher und stabiler. Kinder, die wenig Kontakt mit einem Elternteil haben fühlen dagegen sich allein gelassen und abgewiesen. Trotz dieser Erkenntnisse handeln Eltern oft konträr zu den Bedürfnissen ihrer Kinder. Eine Studie im Auftrag des Justizministeriums zeigt, dass 40 Prozent aller Mütter und Väter ohne elterliches Sorgerecht nur selten oder nie Kontakt zu den Kindern haben. Das schlimmste daran jedoch ist: Viele Geschiedene gaben zu, dass sie den Kontakt auch nicht wollen und fördern, und damit die Bedürfnisse der Kinder bewusst ignorieren.

Welches Modell ist am besten für Kinder?

Besuchsrecht - wer hat ein Recht auf das Kind?

Das Zauberwort heißt Umgangsrecht, im Allgemeinen auch Besuchsrecht genannt. Bei einer Scheidung, bei der auch Kinder mit im Spiel sind, ist das Thema Umgangsrecht oft die zentrale Frage und besonders heikel, wenn die getrennten Eltern sich nicht gut verstehen. Egal ob ein gemeinsames Sorgerecht oder alleiniges Sorgerecht in Kraft tritt - derjenige, bei dem das Kind sich nicht ständig aufhält und wohnt, hat das das Recht und sogar die Pflicht, mit dem Kind regelmäßigen Umgang zu haben.

Das Gesetz macht die Häufigkeit der Besuche und seine Gestaltung vom Alter des Kindes und seinem Entwicklungsstand abhängig. Der Klassiker beim Besuchsrecht ist, dass das Kind jedes zweite Wochenende von Freitag bis Sonntag zum getrennten Elternteil geht. Dieses recht strenge Korsett ist für zerstrittene Paare häufig die einzige realisierbare Lösung. Sind die Eltern aber in der Lage, vernünftig und im Sinne der Kinder miteinander zu kommunizieren, und ist das Sorgerecht auf beide Elternteile aufgeteilt, sind andere Modelle möglich, die alle Bedürfnisse berücksichtigen. Kinder fühlen sich in den unkonventionellen Modellen oft besser aufgehoben. Einer Langzeitstudie zufolge sind Kinder, die gleich viel mit Mutter und Vater zusammen sind, glücklicher und stabiler. Kinder, die wenig Kontakt mit einem Elternteil haben fühlen sich allein gelassen und abgewiesen.

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