VERBRAUCHERTESTS VERBRAUCHERTESTS

Scheidungskinder - Deshalb können sie später besser Lieben!

Birgit Ehrenberg
Birgit Ehrenberg gibt Tipps in Sachen Liebe

Scheidungskinder kennen den Ernst der Liebe

Was die Aussicht auf ein leichtes Lieben angeht, haben Scheidungskinder schlechte Karten. Studien wollen immer wieder belegen, dass Kinder von geschiedenen Eltern kein Glück in der Liebe haben, einmal Pech, immer Pech. Die Trennung von Vater und Mutter steckt den Scheidungskindern noch im Erwachsenenalter in den Knochen, der Glaube an die Liebe fehlt, die Angst vor dem Verlust der Liebe bestimmt das Sein, wo Angst ist, kann keine Liebe sein. Folge: Die Beziehungen gehen in die Hose.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mit Studien so meine Probleme habe. Sehr selten ist wirklich wahr, was Studien behaupten. Die Wissenschaftler fragen einfach oft die falschen Fragen, das ist mein Eindruck, und die Antworten geben dann einfach nicht wider, was die Befragten wirklich fühlen. Der Grund: Wenn man jemanden zu direkt nach Details aus seinem Innersten ausquetscht, sind Lügen vorprogrammiert. Das Unterbewusstsein ist nett, es will einen vor Indiskretion und Verletzungen schützen.

Es entsteht der Wille, es besser zu machen

Ich glaube, dass hinsichtlich der Lehrmeinung über Scheidungskinder genau das Gegenteil stimmt. Scheidungskinder tragen ein wunderbares Potential in sich. Ich bin davon überzeugt, dass Liebe, Beziehungen und Familie für Scheidungskinder einen viel höheren Stellenwert haben als für Menschen, die in intakten Familien aufgewachsen sind.

Scheidungskinder sind mit beiden Extremen der Liebe konfrontiert worden. Sie haben die Liebe ihrer Eltern gespürt, haben gesehen, auf welche Art sie sich ihre Liebe als Paar zeigen. Und dann haben diese Kinder dabei zugesehen, wie die Liebe auseinandergebrochen ist. Sie haben gesehen, was das mit den beiden wichtigsten Menschen in ihrem Leben gemacht hat.

Scheidungskinder haben erlebt, wie aus Liebe Wut und Hass wurde. Sie haben an der Liebe gezweifelt. Sie haben erfahren, was für einen Schmerz Liebe hinterlassen kann. Sie kennen alle Gesichter der Liebe.

Aber all das hat ihren Wunsch nach einer erfüllenden, aufrichtigen und tiefgehenden Liebe nur stärker gemacht. Aus diesem Wissen entsteht eine tiefe Sehnsucht – und auch der Wunsch und der Wille, es anders und besser zu machen! Das ist der Lauf der Welt, wenn man nicht gerade total negativ denkt oder sich in akademische Studien verstrickt. Scheidungskinder haben Respekt vor Gefühlen, vor ihren eigenen und vor denen der anderen. In Beziehungen suchen Scheidungskinder ganz bewusst das Gespräch, sie wissen, wie wichtig Kommunikation ist, schließlich haben sie bei ihren Eltern gesehen, was passieren kann, wenn man nicht miteinander spricht. Ich finde, dass gerade für Scheidungskinder Liebe derart wertvoll ist, dass sie besonders behutsam mit ihr umgehen – und das macht sie zu außerordentlich liebesfähigen und liebevollen Menschen!

Die Studie irrt also gewaltig: Wer die Liebe so ernst nimmt, der hat ein sehr gutes Blatt in den Händen was das Glück in der Liebe angeht. Vielleicht sogar das beste.

Alles Liebe! Eure Birgit

Anzeige