Scheidungs-Atlas 2013: Hier trennen sich die meisten Paare

Scheidungs-Atlas 2013
Hier trennen sich die meisten Paare © unknown

Laut Scheidungs-Atlas wird in Rheinland-Pfalz am häufigsten geschieden

Sag mir Dein Bundesland und ich sag Dir, wie lange Deine Ehe hält. So könnte es heißen, wenn man die Scheidungsquoten und das Bundesland miteinander vergleicht. Wo das Risiko einer Scheidung am höchsten ist, und wo der Ehestand noch eine Chance hat.

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Im Jahr 1960 gab es hierzulande knapp 50.000 Scheidungen. 50 Jahre später, im Jahr 2011 endeten 187.000 Ehen vor dem Scheidungsrichter. Und das, obwohl damals mit 700.000 Eheschließungen pro Jahr noch doppelt so viele Paare geheiratet haben. Wo die Gründe dafür liegen, wird immer wieder heiß diskutiert. Was jedoch feststeht – die Scheidungsrate im Ländervergleich zeigt, dass in einigen Bundesländern die Trennungswilligkeit wesentlich höher ist als in anderen.

Spitzenreiter in den gescheiterten Ehen ist laut statistischem Bundesamt im Jahr 2011 in Rheinland-Pfalz. Dort trennten sich 27,6 Ehepaare pro 10.000 Einwohner. In Schleswig Holstein waren es 26,2 Scheidungen und im Saarland 26,1. Im Gegenteil dazu gibt es auch Landstriche, in denen dem Eheglück kaum etwas im Wege steht. Das sind ganz besonders Ist dort die neuen Bundesländer. In Sachsen etwa liegt die Scheidungsquote bei nur 17,2 Scheidungen je 10.000 Einwohner. Auch in Thüringen (18,8) und Sachsen-Anhalt (20,6) scheinen die Ehen besser zu funktionieren. In den alten Bundesländern ist Hamburg das Land des Lächelns für verheiratete Paare. Von 10.000 Hamburgern lassen sich gerade mal 20,3 scheiden. Sie bilden das Schlusslicht der westlichen Bundesländern.

Scheidungatlas - sind die Menschen im Osten etwa bessere Ehepartner?

Ist dort die Luft etwa besser für ewige Treue und ist im Osten mehr Liebe vorhanden? - Nein, so einfach ist es nicht. Denn beim Ranking der Scheidungsquote spielt natürlich auch die Heiratsbereitschaft eine Rolle. Wer nicht heiratet, kann sich natürlich auch nicht scheiden lassen. Im Jahr 2011 lebten nur rund die Hälfte aller ostdeutschen Familien mit Trauschein zusammen. Noch vor 15 Jahren waren es 72 Prozent.

In Westdeutschland ist das traditionelle Familienbild ebenfalls nicht mehr so stabil, wie es einmal war. Während vor 15 Jahren noch 84 Prozent aller Familien den Weg zum Standesamt gefunden hatten, waren es 2011 nur noch 75 Prozent. Grundlage der Studie sind die Zahlen des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa.

Wie häufig sich Paare ohne Trauschein trennen, ist nirgends erfasst. Die Bereitschaft jedoch, getrennte Wege zu gehen ist bei unverheirateten Paaren wesentlich größer. Aus diesem Grund leben in Ostdeutschland auch mehr Alleinerziehende als im Westen. In den letzten Jahren stieg die Zahl von 18 auf 26 Prozent, im Westen von 13 auf 18 Prozent. Insgesamt nimmt die Zahl der alleinerziehenden Eltern in ganz Deutschland zu.