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Scheidung nach 1 Jahr: Warum scheitern so viele Ehen kurz nach der Hochzeit?

Ein Ehepaar hat sich auseinandergelebt.
Warum trennen sich so viele Paare nach der Hochzeit? © francescoridolfi.com

Hochzeit als "Todeskuss für die Beziehung"

Kennt nicht jeder Mensch einen Fall wie den von Dita von Teese aus dem Bekanntenkreis? Ein Paar lebt einige Jahre zusammen, kommt dann auf die Idee zu heiraten. Es gibt eine hübsche Feier. Und bald danach ist alles aus. Die Eheschließung war, wie jetzt von Dita von Teese beschrieben, der Sargnagel oder Todeskuss für die Beziehung. Wie lässt sich das erklären? Sie habe sich irgendwie verpflichtet gefühlt, die Hochzeits-Zeremonie durchzuziehen, sagt Dita von Teese.

Von Christiane Mitatselis

Welche Verpflichtung sie fühlte, verrät sie nicht. Vielleicht dachte sie, dass man irgendwann einfach heiraten muss, wenn man jahrelang zusammen ist, weil es dazu gehört. Überzeugt, das Richtige zu tun, scheint sie aber nicht gewesen zu sein.

Andere Paare heiraten, weil sie – oft unbewusst – erwarten, dass die Hochzeit einer schon lange bestehenden Beziehung einen neuen Kick geben könnte. Leider ist in der Regel das Gegenteil der Fall. Erst sind die angehenden Eheleute damit beschäftigt, die Feier zu planen, Gäste zu laden, alles schön zu gestalten. Wenn das alles vorüber ist, fallen sie jedoch umso tiefer. Nichts ist mehr aufregend, der Alltag ist vielmehr öde und trist. Und sie spüren, dass die Beziehung in Wahrheit nichts mehr taugt. Wären sie ehrlich zu sich selbst gewesen, hätten sie sich gleich getrennt. Anstatt schnell noch zu heiraten.

Das Ende des Zaubers: Strengt man sich nicht an, verfliegt die Liebe

Eine Heirat kann aber auch Gift für eine Beziehung sein, die vorher funktionierte. Und zwar dann, wenn sich ein Partner, oft ist es der Mann, darauf ausruht, dass man ja jetzt verheiratet sei, sowieso zusammenbleibe und einander gehöre. Er strengt sich nicht mehr an, tut kaum noch etwas, um die Beziehung mit Leben zu erfüllen – der Anfang vom Ende. Denn welche Frau will schon einen Mann haben, der nur noch die Füße hochlegt, mit Kumpels Fußball schaut und Bier trinkt. Und den Charme, den er früher einmal versprühte, nicht mehr zum Einsatz bringt?

Anderen Menschen fallen nach der Hochzeit die Fehler des Partners plötzlich deutlicher auf als vorher. Ihnen wird klar, dass sie an diesen Menschen nun für immer gebunden sind. Das kann Panik auslösen, und sie werden hyperkritisch. So verfliegt der Zauber der Verliebtheit mit der Ehe – auch das ist nicht schön.

Aber natürlich kann auch alles gut gehen. Dazu gehört das Glück, einen passenden Partner zu finden. Und die Bereitschaft, etwas dafür zu tun, dass das Glück nach der Hochzeit nicht im Alltag verloren geht. Statistisch gesehen wird hierzulande ungefähr jede dritte Ehe geschieden. Positiv ausgedrückt halten also zwei von drei Ehen.

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