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Scheidung in Japan: Neues Scheidungsrecht soll Männer ändern

Scheidung in Japan: Neues Scheidungsrecht soll Männer ändern
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Scheidung in Japan: Männer benehmen sich jetzt

Japaner gelten in vielerlei Hinsicht als Vorbild. Weil sie bienenfleißig arbeiten, nie aufmucken im Job, nie nach Urlaub fragen. Disziplin als oberstes Lebensmotto. Was das Durchhaltevermögen in der Ehe angeht, machen sie uns auch etwas vor. Im Land der aufgehenden Sonne gab es bis jetzt eine erstaunlich niedrige Scheidungsquote, obwohl die japanischen Herren ihren Frauen nur Ärger machen. Entweder sind sie im Büro oder sie möchten essen und schlafen. Damit ist jetzt Schluss.

Japans Männer marschieren reihenweise in Benimmschulen, in denen ihnen der liebevolle Umgang mit dem weiblichen Geschlecht beigebracht wird. "Danke" und "Bitte" sagen, Händchen halten, in den Mantel helfen.Der Grund für den Gesinnungswandel: Die Männer fürchten sich davor, dass ihnen die Frauen weglaufen. Es gibt ein neues Scheidungsrecht. Bis vor kurzem bekam eine Frau bei der Trennung keinen müden Yen und als monatlichen Unterhalt höchstens 400 Euro. Seit April dieses Jahres dürfen Ehefrauen bis zur Hälfte der Pension einstecken. Da überlegen sich viele Damen selbst nach 20 Jahren Ehe, ob sie nicht ganz schnell die Kurve kratzen. Experten rechnen mit einer unglaublichen Scheidungswelle. Deshalb geben die Männer plötzlich Gas. Über Generationen haben sie sich wie die Deppen verhalten, kaum geht es ihnen an den Geldbeutel, werden sie butterweich, organisieren sich in Gruppen, wie zum Beispiel die "Vereinigung anbetender Ehemänner".

Ich als Liebesexpertin frage mich: Könnten wir das auf Deutschland übertragen? Klingt doch verlockend. Wer anständig mit seiner Frau umgeht, behält die Frau und seine Rente. Ein Gesetz muss her, dass den Frauen im Fall der Trennung ein sorgenfreies Leben garantiert. Denn auch bei uns verarmen viele Frauen, gerade wenn sie sich erst spät trennen. Nehmen wir also an, unseren Männern wäre klar, dass wir nur bei ihnen bleiben, wenn sie wirklich lieb sind, uns ehren, achten und verwöhnen.

Scheidungsrecht in Japan: Vorbild für uns?

Würden deutsche Männer dann auch die Schulbank drücken, um sich in der Kunst des zärtlichen Liebens ausbilden zu lassen? Ich denke, das Geschäft mit dem Liebes-Unterricht würde boomen. Männern kommt man tatsächlich am ehesten bei, wenn man ihnen ihr hart verdientes Geld wegnehmen will.

Glücklich macht das natürlich weder die Japanerin noch uns. Denn eigentlich träumen wir alle davon, dass jemand uns in den Arm nimmt aus freien Stücken. Dass uns jemand an seinem Wohlstand teilhaben lässt, weil er will, dass es uns gut geht. Und die Männer? Was wollen die? Ganz tief im Inneren?

Die wollen in Wahrheit auch aus freien Stücken lieb gehabt werden, nicht wegen ihrer Kohle, deshalb hocken sie derart ängstlich auf ihrem Geld und regen sich nur, wenn ihnen Frauen an den finanziellen Kragen gehen. Es ist nicht Geiz, sondern Angst, die die Männer treibt. Es geht in Wahrheit um ihre Seele, die nackt und allein überbleibt, wenn die Frau geht. Der Kummer über den leeren Geldbeutel kommt an zweiter Stelle.

Letztlich findet in Japan ein emotionaler Aufschwung statt. Es geht nur vordergründig um Kohle. Die Botschaft hinter den Kulissen ist: Nur die Liebe zählt. Liebe zeigen! Wie vorbildlich. Danke, Japan!

Liebe Grüßen und ein schönes Wochenende mit freundlichen Männern,

Eure Birgit

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