Schaufensterpuppen mit Handicap? Unbedingt!

Schaufensterpuppen mit Handicap? Unbedingt!
Handicaps gehören ins Schaufenster - denn auch diese Mode gehört in unseren Alltag. (Quelle: JCPenney Twitter)

Modepräsentation auch im Rollstuhl ein Hit

Übergewichtige Frauen und Männer, Menschen mit Behinderungen, kleinwüchsige Kinder – all diese Gruppen sind Teil unserer Gesellschaft und doch fallen sie oft aus dem Raster. Sie sind Ausgrenzung und Intoleranz ausgesetzt. Umso schöner ist es, dass die Modebranche – zumindest vereinzelt – jetzt gegen diesen Trend ankämpft und auf realistische Schaufensterpuppen setzt. Inklusion wird zum Modewort – nicht im negativen, sondern im positiven Sinne.

Von Annekathrin Rudolph

Der US-Retailer J.C. Penney wagt sich mit der Entscheidung, Puppen mit Handicaps in die Schaufenster zu stellen, weit nach vorn – aber er geht den richtigen Weg. Nach der Darstellung von Schaufensterpuppen mit weiblichen Rundungen und diversen Problemzonen wird es endlich Zeit, dass es auch Menschen mit Handicap in die Fenster von New York, Paris, London und Berlin schaffen. Denn gehandicapte Personen sind genauso Teil unserer Alltagswelt.

Mit der Aktion wird ein Zeichen für Wertschätzung und Anerkennung für Menschen mit Handicaps gesetzt – es ist eine einfache Form der Integration. Sie zeigt, dass jede Person Teil dieser Gesellschaft ist, unabhängig ihres äußeren Erscheinungsbildes. Keiner ist mehr wert als der andere! Jeder hat das Recht innerhalb einer Gesellschaft respektiert und repräsentiert zu werden – warum also nicht in Form von Schaufensterpuppen?

Gehandicapte Schaufensterpuppen spiegeln nicht die heile Welt einer scheinbar stets perfekten Model-Welt wider, sondern unser Leben – mit allen seinen Facetten, Makeln und Überraschungen. Und genau das macht Mode doch aus und so sah es ja bereits Coco Chanel: "Mode ist nichts, was nur in Kleidung existiert. Mode ist in der Luft, auf der Straße, Mode hat etwas mit Ideen zu tun, mit der Art wie wir leben, mit dem was passiert".

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