LIEBE LIEBE

Schattenmann: Der Mann, den man niemals vergisst

Schattenmann: Der Mann, den man niemals vergisst

Warum bleibt er immer im Herzen?

Ich möchte Euch zu Anfang des Jahres 2014 eigentlich mit den schönsten Liebesgeschichten verwöhnen, die zu den schönsten Hoffnungen Anlass geben und Euch richtig Lust auf die Liebe machen.

Ich fange jedoch mit einer bittersüßen Geschichte an, die gleichermaßen von den großen Freuden und den großen Leiden in der Liebe erzählt. Es geht darum, dass es Männer gibt, die in das Leben einer Frau eintreten und sie in Liebe erglühen lassen – und trotz der nicht-Lebbarkeit dieser Liebe nicht mehr gehen. Das heißt: Sie verschwinden vielleicht, weil sie gebunden sind, weil sie die Liebe der Frau nicht erwidern, weil sie die Liebe erwidern, aber Angst vor allzu mächtiger Liebe haben und lieber kleine Gefühls-Brötchen backen. Aber: Sie verschwinden „nur“ auf rein körperlicher Ebene.

Ansonsten begleiten sie uns, wir tragen ihr Bild in uns, wir vergleichen jeden anderen Mann, den wir treffen, mit diesem einen einzigartigen Mann, dieser Lichtgestalt und diesem „Schattenmann“ in einem. Er spukt uns im Kopf herum und auch woanders. Weil er unsere Seele tief im Innersten berührt hat, und weil mit dieser Berührung fast immer der beste Sex des Lebens einhergeht.

Meine Oma hat mir oft von Frauen berichtet, denen ein Mann das Herz gebrochen hat. Als kleines Mädchen habe ich mir vorgestellt, dass diese armen Frauenherzen in zwei Hälften splittern, dass das Leben der Frau dann nicht mehr weitergeht.

Heute weiß ich, dass es durchaus weitergeht, ich selbst lebe noch, und ich bin selbst einmal einem Mann begegnet, der über ein halbes Jahrzehnt meinen Maßstab von männlicher Vollkommenheit geprägt hat. Die Frage ist nur: Wie geht das Leben weiter? Wie kann man den Schattenmann überwinden?

Meine Erfahrung, die ich mit vielen anderen Frauen teile, die einen solchen Schattenmann lange Zeit in sich getragen haben, ist diese: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Ich will damit sagen, dass ich sicher bin, dass bei einer emotionalen Dimension, wie sie ein Schattenmann in uns erzeugen kann, mit Verstand und Strenge gegenüber sich selbst nicht viel auszurichten ist. All die Maßnahmen, wie das Daten von hundert anderen Männer, das Anfertigen einer Liste, wie doof der Supermann eigentlich ist oder die brutale Methode, sich immer wieder eine Abfuhr zu holen, bis man schwer verletzt aufgibt, helfen meines Erachtens nicht. Der Schattenmann ploppt immer wieder hoch, je mehr man sich gegen ihn stemmt, desto mehr ploppt er.

Nehmt den Schattenmann auf!

Das Geheimnis der Befreiung vom Schattenmann liegt in der Annahme dieser Liebe! Ohne Punkt und Komma. Die Parole ist: Waffen strecken! Die weiße Fahne hissen! Das hört sich vielleicht an wie eine Kapitulation an, ist jedoch keine. Es handelt sich um eine besonders raffinierte Strategie, um einen ausgeklügelten Schachzug. Berühmte Feldherren haben genau diese Strategie benutzt, um einen starken Feind zu besiegen: indem sie sich ihn zum Freund machen.

Obacht: Das ist keine Selbstaufgabe! Ich will keiner Frau, die in ihrer Phantasie mit einem Schattenmann lebt, empfehlen, sich bei diesem mit der weißen Fahne in der Hand vor die Tür zu legen.

Man kann durchaus stolz zu Hause sitzen, man soll sich nur nichts verkneifen. Wenn es einem danach dürstet, den Schattenmann noch einmal anzurufen, bitte, nur zu. Am besten ist es sogar, man weiht ihn ein in das ganze Drama. Man kann doch zum Ausdruck bringen, dass man quasi auf dem Wege der Besserung ist, der Schatten verblasst, dass aber manchmal noch die Sehnsucht aufblitzt, und deshalb melde man sich eben noch einmal, aber: Die Male seien gezählt! So hat der Vorgang des sich-Meldens trotz seiner Gefühlstiefe fast schon etwas Bürokratisches. Und etwas Lustiges.

Humor hilft auch sehr beim Abschied, jede Art, sich einfach von sich selbst zu distanzieren, trägt entschieden dazu bei, sich von dem Mann zu distanzieren. Dahin geht die Reise!

Am Ende ist man den Schattenmann irgendwann los, und es tritt zudem ein neuer Mann auf die Bühne des Lebens. Der kommt auch, wenn der Schattenmann noch manchmal spukt! Wenn es der richtige Mann ist, vertreibt er alle Schatten. Was bleibt, ist eine hammerschöne Erinnerung daran, wie sehr man lieben kann. Und dass das nicht einmalig ist.

Und insofern ist diese Geschichte von Freud und Leid auch eine schöne Liebesgeschichte, die ich Euch zu Anfang des Jahres 2014 erzähle. Eine, die in jeder Hinsicht Anlass zu den schönsten Hoffnungen gibt, die Lust auf Liebe macht.

Liebe leicht gemacht - Eure Birgit

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