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Sarah Fischer über 'Regretting Motherhood': Ihr Buch 'Die Mutterglück-Lüge'

"Ihr seid mit den ambivalenten Gefühlen nicht alleine"

Ehrlich und bedingungslos: So lieben die meisten Mütter ihr Kind. Nicht aber die Reisejournalistin und Autorin Sarah Fischer (43): Sie liebt ihren Job und bedauert das Muttersein. In ihrem Buch 'Die Mutterglück-Lüge' übt sie Kritik an der Gesellschaft und gibt dem Phänomen 'Regretting Motherhood‘ ein Gesicht.

"Ich bereue es, Mutter zu sein", schreibt Fischer. Aber sie räumt auch ein: Ja, das sei undankbar. Sie habe ein gesundes, frohes Kind und freue sich, weil es auf dem Spielplatz so hoch schaukele. "Wir lachen, meine kleine Emma und ich. Ein schöner Moment. Wie viele schöne Momente braucht es, um den Verlust des eigenen Lebens auszugleichen?" Offen und schonungslos berichtet sie von ihrem eigenen, selbstbestimmten Leben, das mit der Geburt von Emma (3) verloren ging. Mit ihrem Buch will sie anderen Müttern zeigen, dass sie mit ihren ambivalenten Gefühlen nicht allein sind. Und allen Frauen, die noch keine Kinder haben, möchte sie ans Herz legen: Überlegt euch vorab, ob ihr das wirklich möchtet!"

Die Rahmenbedingungen des Mutterseins

Sarah Fischer knüpft mit ihren Aussagen über Mutterschaft an die israelische Studie 'Regretting Motherhood' an, die für viele Schlagzeilen sorgte. Unter #regrettingmotherhood gaben viele Frauen zu, dass auch sie es bereuen, ihre Kinder bekommen zu haben. Zwar lieben alle nach eigener Aussage ihre Kinder, trotzdem wünschen sie sich ihr Leben zurück, das sie vor der Mutterschaft geführt haben.

Dass so viele Frauen das Muttersein bereuen, liegt laut Fischer an der Gesellschaft. Würde Mutterschaft in Deutschland nämlich anders bewertet, wäre es für sie und für viele andere Frauen leichter, das Muttersein und den Job unter einen Hut zu kriegen - ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben. In unserem Video erklärt sie, warum sie die Rahmenbedingungen des Mutterseins hasst und warum ihr Leben ohne Kind „leichter, schöner, freier“ war.

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