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Salbe, Licht oder innere Therapie

Salbe, Licht oder innere Therapie
© imagesource/bathroom beauty

Salbe - Behandlungsmöglichkeit Nummer eins

Mit einer Behandlung der Psoriasis sollte möglichst sanft begonnen werden. Mit Kanonen auf Spatzen schießen ist hier vollkommen falsch.

Vorbereitung zum Kampf gegen die Schuppen

Zunächst sollten die Stellen entschuppt werden, damit die eigentlichen Medikamente da hinkommen, wo sie wirken sollen. Dazu nimmt man zum Beispiel Medikamente, die Salicylsäure enthalten - in Vaseline oder Öl. Wer Salicylsäure nicht mag oder verträgt, muss noch lange nicht verzweifeln. Ölbäder tun es auch, und dabei muss es nicht das teure Öl aus der Apotheke sein.

Äußerliche Behandlung mit Salben

Darauf folgt die eigentliche äußerliche Behandlung - und da gibt es viele Mittel.

Teer

Schon seit mehr als 100 Jahren werden chronische Hautkrankheiten mit Steinkohlenteer behandelt. Die Substanzen darin hemmen sowohl die übertriebene Zellteilung und Verhornung als auch die Entzündung. Zu allem Überfluss lindert Teer den Juckreiz. Teer ist aber nichts für lebhaft rote oder nässende Stellen und schon gar nichts während der Schwangerschaft, Stillzeit oder für Säuglinge. Vorsicht ist in Hautfalten und am Hoden geboten.

Licht - Behandlungsmöglichkeit Nummer zwei

Licht- und Badebehandlung

Die Sonne kann einem Psoriatiker nicht helfen. Bestimmte Wellen des Lichts vielmehr greifen hier ein. Die meisten Schuppenflechte-Patienten sehen die Praxis ihres Hautarztes meist drei- bis viermal pro Woche, wenn sie sich für eine Bestrahlungsserie entscheiden. Eine Behandlung zu Hause bietet mehr Spielraum: Man kann bestrahlen, wenn man Zeit hat, und das auch nach der Praxisöffnungszeit.

Balneo-Phototherapie

Bäder mit salzhaltigem Wasser werden kombiniert mit der Bestrahlung - entweder geschieht beides gleichzeitig oder nacheinander. Unterschiedlich ist das Salz im Wasser - mal ist es Sole, mal einfaches Kochsalz, dann wieder Salz aus dem Toten Meer. Die Erfolgsquoten liegen zwischen 60 und 90 Prozent. Doch halt: Die Krankenkassen bezahlen die Behandlung beim niedergelassenen Arzt nicht mehr, nur noch in Kliniken.

Von innen - Behandlungsmöglichkeit Nummer drei

Innerliche Therapie ist immer der "Hammer" bei der Psoriasis-Behandlung. Nutzen und Risiko müssen sorgfältig abgewogen werden. Gedacht ist die Therapie immer für schwere Fälle.

MTX

MTX gibt es als Injektion oder Tabletten. Es eignet sich vor allem für Formen, die sonst nicht in den Griff zu kriegen sind - wenn sich Stellen mit Pusteln über große Flächen "ergießen", rot sind oder die Gelenke erkrankt sind. Wichtig ist, dass vorher Leber- und Nierenerkrankungen ausgeschlossen werden.

Vitamin-A

Pustulöse und großflächige Formen sprechen gut auf diese Präparate an. Auch hier müssen der Fettstoffwechsel und Lebensfunktionen regelmäßig überprüft werden.

Ciclosporin

Eigentlich gedacht für Organtransplantationen, um die Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. Es eignet sich vor allem für ausgedehnte Formen vom chronisch-stationären Typ, wenn andere Mittel versagen. Versagen können allerdings auch die Nieren - weshalb geraten wird, das Medikament nicht länger als sechs Monate einzunehmen.

Fumarate

Das Präparat ist schweren Formen der Psoriasis vulgaris vorbehalten. Häufigste Nebenwirkung ist ein sogenannter Flush - Gesichtsrötung und Hitzegefühl. Zudem drohen Übelkeit, Durchfälle und Magenkrämpfe. Im Laufe der Therapie sollen sie aber meist erheblich abnehmen.

Kortison

Kortison wirkt besonders bei akuten Schüben meist schnell. Nachteil ist, dass die Schuppenflechte nach dem Absetzen rasch und oft stärker als zuvor wieder ausbricht. Überhaupt ist eine innerliche Kortison-Anwendung nur noch kurzfristig in Notfällen angeraten.

Photochemotherapie (PUVA)

Diese Therapie gibt es in zwei Formen. In beiden Fällen werden dem Patienten Psoralene verabreicht, bevor er der Bestrahlung ausgesetzt wird. Zum einen kann man Tabletten nehmen, es geht aber auch, indem es im Wasser gelöst ist oder eine Lösung auf die Haut aufgetragen wird.

Lasertherapie

Neu ist die Therapie mit Excimer-Lasern. Die bringen eine UV-Strahlung von 311 nm mit, aber sehr viel konzentrierter. Damit wird auch nicht mehr der ganze Körper bestrahlt, sondern nur die erkrankte Haut. Die Krebsgefahr wird minimiert - zumindest für den ganzen Körper.

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