Säure-Opfer Consuela Cordoba will sterben - doch Papst-Besuch verändert ihr Leben

Consuela Cordoba aus Kolumbien
So sah die Kolumbianerin Consuela Cordoba vor dem Säure-Attentat durch ihren Ex-Partner aus. © CEN

Seit 17 Jahren vollkommen entstellt

Es war ihr Wunsch zu sterben - der 29. September 2017 sollte ihr letzter Tag sein: Consuela Cordoba wollte nicht mehr leben, weil sie ihr Spiegelbild nicht ertragen kann. Die Kolumbianerin wurde vor 17 Jahren Opfer einer Säure-Attacke ihres Exfreundes. Seitdem ist sie vollkommen entstellt und muss eine Maske tragen. Eine Begegnung mit dem Papst sollte ihr Leben verändern - und sie dazu bringen, weiterzuleben.

Consuela musste 87 Operationen über sich ergehen lassen

Consuela Cordoba nach der Säure-Attacke
87 Operationen musste Consuela nach dem Säureangriff über sich ergehen lassen. Sie atmet durch Röhrchen, die aus ihrer Nase ragen, kann nur Flüssignahrung zu sich nehmen und muss ständig einen speziellen Kompressionsanzug tragen. © CEN

Consuela aus Istmina in Kolumbien musste nach der Säure-Attacke ihres Ex-Freundes 87 Operationen über sich ergehen lassen. Sie sollten versuchen, ihr Gesicht zu retten. Doch es wurde immer schlimmer: Nun muss sie immer eine Maske mit Röhrchen tragen, die durch ihre Nasenlöcher gehen, damit sie Luft bekommt. Über einen Schlauch in ihrem Mund kann sie nur flüssige Nahrung aufnehmen.

Ihr Ex-Freund Dagoberto Esuncho, der ihr Leben 2000 durch den Säureangriff zerstörte, bekam eine mickrige Gefängnisstrafe von nur einem Monat und ließ sie ein Leben lang mit einem geschundenen Gesicht zurück.

Wie schlimm es ihr mit der Entstellung geht, verriet sie bereits 2012 in einem Interview mit dem News-Portal 'NPR': "Ich hatte perfekte Zähne, ich war sehr hübsch. Aber jetzt bin ich zerstört." Sie wusste sich nicht mehr zu helfen und wollte einfach nur sterben. In Kolumbien ist Sterbehilfe unter gewissen Umständen legal. Ihr Arzt war sogar schon informiert.

Papst Franziskus verweigert Consuelas Anliegen - und rettet ihr das Leben

Doch dann sollte es ganz anders kommen. Der Papst besuchte Consuela auf seiner fünftägigen Reise durch Kolumbien. Bei dem Treffen bat sie den Papst um Erlaubnis, ihr Leben in Anbetracht ihrer schlimmen Umstände beenden zu dürfen. Doch Papst Franziskus verweigerte ihr Anliegen mit den Worten, sie sei sehr tapfer und sehr schön und schenkte der jungen Frau eine warme Umarmung.

Nach dieser emotionalen Begegnung entschied sich Consuela, sich nicht umzubringen. Es waren Worte, die ihr Leben veränderten, sagt sie gegenüber der englischen Zeitung 'DailyMail'. Durch den Papst schöpfte sie neue Hoffnung: "Jetzt, wo ich doch nicht sterben werde, wollen Menschen für eine Operation spenden, die ich brauche, die mehre Millionen Pesos kostet."

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