Rücksichtsloser Radler fährt Kleinkind um - jetzt verklagt er die Familie des Opfers

Verklagt: Eltern von angefahrenem Kleinkind suchen Täter mit Überwachungsvideo

Das Gesicht der kleinen Lucie ist gezeichnet von Verletzungen - sie hätte tot sein können. Den furchtbaren Schreckensmoment, in dem die 3-Jährige hätte sterben können, werden sie und ihre Mutter nie mehr vergessen. "Als Lucie und ich aus dem Haus gingen, um spielen zu gehen, wurde sie urplötzlich von einem Radfahrer erfasst. Er hat sie dann sogar noch mehrere Meter über den Asphalt mitgeschleift und gegen eine Mauer geschleudert“, erinnert sich Mutter Lauren. Die geschockten Eltern brachten ihre 3-jährige Tochter zunächst zur Sicherheit ins Auto. Aber Andrew H., der den furchtbaren Unfall verursacht hat, fuhr einfach weiter. Und es kommt noch schlimmer: Denn jetzt erhebt der Täter auch noch Anschuldigungen gegen die Familie. Wie kann das sein?

Eine Überwachungskamera zeichnete den Moment, in dem das kleine Mädchen direkt vor der Haustür überfahren und gegen eine Mauer geschleudert wird, auf. Dieses Video haben Lucies Eltern nach der Tat ins Internet gestellt, um den Schuldigen zu ermitteln. Nun klagt Andrew H: Weil das Video und sein Foto im Internet verbreitet wurden, habe er Mobbing zu erdulden. Eine Geschichte, die inzwischen ganz England aufregt.

Dabei gilt das, was Andrew H. getan hat, auch in Deutschland oft nur als Kavaliersdelikt: Der Mann ist mit dem Rad über den Bürgersteig gefahren. Wenn die Polizei das oder andere vermeintlich kleine Vergehen ahndet oder sich Fußgänger beschweren, werden sie oft nur belächelt oder sogar beschimpft.

Dabei geschehen jedes Jahr mehr als 3.500 Unfälle in Deutschland – nur zwischen Radfahrern und Fußgängern. 70.000 Fahrradunfälle sind es insgesamt. Eine immense Zahl, allein schon in der Großstadt Köln. Und immer wieder sterben dabei auch Menschen.

Die 3-jährige Lucie ist glücklicher Weise glimpflich davon gekommen und ist auf dem Wege der Besserung. Ob Andrew H. sich tatsächlich dagegen wehren kann, dass das Video mit seinem Gesicht online gestellt wird, muss nun die Polizei klären.

Anzeige