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Rückengeräte im Test: Finger weg!

Geräte gegen Rückenschmerzen im Öko-Test

Was taugen Geräte, die angeblich Rückenschmerzen lindern sollen? Nicht viel, wie der Test zeigt. Manche bekamen sogar die Note 'Ungenügend'.

Helfen Rückengeräte gegen Rückenschmerzen?
Rückengeräte können Rückenschmerzen noch verschlimmern! © underdogstudios - Fotolia

Rund drei Viertel aller Deutschen geben mittlerweile an, mindestens einmal in ihrem Leben Rückenschmerzen gehabt zu haben. Aber: Immer weniger Menschen gehen wegen Kreuzschmerzen zum Arzt. Zwei Drittel der Betroffenen versuchen, die Beschwerden selbst irgendwie in den Griff zu kriegen. 1998 suchten noch 57 Prozent der Schmerzpatienten einen Arzt auf.

Es existiert also ein gigantischer Markt für Produkte, die bei der Schmerzlinderung Hilfe versprechen. Dass 'Aktivität statt Ruhe' am besten dagegen hilft, setzt sich auch unter Betroffenen immer mehr durch. Doch was taugen all die angebotenen Rückengeräte wirklich? Das Ergebnis von Ökotest ist niederschmetternd. Nur ein einziger von 16 Tests endete mit dem Gesamturteil 'gut': Ein schlichter Kirschkern-Wärmegürtel aus Baumwolle, also ein ausgesprochenes Low-Tech-Produkt, ist nach Expertenmeinung zur Eigen-Schmerztherapie am besten geeignet.

Laut Ökotest sollten Geräte zur Dehnung des Rückens nur mit ganz besonderer Vorsicht, besser aber gar nicht benutzt werden. Nach laienhaftem Verständnis scheint es zwar unmittelbar einleuchtend, schmerzhaft verhärtete Muskeln oder gar eingeklemmte Nerven 'auseinander zu ziehen‘. Die Rückenmechanik ist aber ein äußerst sensibles System aus Nerven, Muskeln und empfindlichsten Gelenken, die solche Grobmotorik sehr riskant werden lässt. Teilweise vergaben die Tester das Urteil 'ungenügend'. Die versprochene Dehnung der Rückenmuskulatur war in manchen Fällen anatomisch unmöglich.

Rückengeräte müssen kein High-Tech sein

Demgegenüber ist beispielsweise der 'Bandscheibenwürfel' für fast 50 € deutlich ungefährlicher. Das Gerät eignet sich gut bis befriedigend zur Eigen-Schmerztherapie. Allerdings erreichen Patienten exakt denselben positiven Effekt durch rechtwinkliges Hochlagern der Unterschenkel auf Sofa oder Bett - und das garantiert kostenfrei. Deshalb nur ein 'ausreichend' in der Gesamtnote.

Als bestes Trainingsgerät schneidet mit einem 'befriedigend' ein 'Fitness-und Therapiekreisel' (24 Euro) ab. Allerdings dient das Gerät selbst nach notwendiger Anleitung durch einen Physiotherapeuten eher der Muskelstabilisierung für Fuß- und Beingelenke als dem Rückentraining.

Die getesteten TENS-Geräte erzeugen zwar mittels Reizstrom einen gewissen Massageeffekt, imponieren aber weit mehr durch ihre Preise zwischen 50 und 100 Euro.

Fazit: Die Testergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Teure Gerätschaften mit zweifelhaften Erfolgschancen oder sogar einem Verschlimmerungsrisiko lassen nur einen Schluss zu - Finger weg.

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