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Rotweinunverträglichkeit: Fast 10 Prozent der Frauen leiden darunter

Fast neun Prozent der Frauen leiden unter einer Weinunverträglichkeit
Fast neun Prozent der Frauen leiden unter einer Weinunverträglichkeit © scarletus

Rotweinunverträglichkeit ist weit verbreitet

Wer unter Juckreiz, Hautrötungen, Magen- oder Darmkrämpfen oder gar Durchfall leidet, nachdem er ein Glas Wein getrunken hat, könnte unter einer Weinunverträglichkeit leiden. Einer Studie zufolge vertragen 8,9 Prozent der Frauen keinen Wein, wie ein Forscher-Team der Universität Mainz im 'Deutschen Ärzteblatt' berichtet.

In einer Studie wurden rund 4.000 Menschen zwischen 20 und 70 Jahren zu ihrem Alkoholkonsum befragt - auch dazu, ob sie nach dem Genuss von alkoholischen Getränken mit Unverträglichkeiten oder allergieähnlichen Symptomen zu kämpfen hatten. Knapp neun Prozent der Frauen und immerhin 5,2 Prozent der Männer konnten derartige Symptome nach dem Weingenuss bei sich feststellen. Die Unverträglichkeiten traten bei Rotwein häufiger auf. Wer unter einer Weinunverträglichkeit leidet, reagiert oft auch nach dem Konsum anderer alkoholhaltiger Getränke wie etwa Bier mit Symptomen wie Rötungen und Juckreiz der Haut, Schnupfen, Herzrasen, Durchfall und schließlich Magen- und Darmkrämpfen.

Eiweiß und Histamine sind die Ursache

Eine Weinunverträglichkeit tritt daher vor allem bei Frauen weit häufiger auf als bislang angenommen. Dabei handele es sich laut den Forschern weniger um eine echte, immunologisch vermittelte Allergie als um eine Unverträglichkeit gegen Alkohol und dessen Inhaltsstoffe selbst. Wein enthält bestimmte Eiweiße aus den Traubenschalen, die als Allergene anerkannt sind sowie biogene Amine wie Histamin und Tyramin. Besonders das Protein LTP wird für das Auslösen der Unverträglichkeit verantwortlich gemacht: Im Weißwein liegt es nur in geringer Konzentration vor, was erklären könnte, warum die Symptome nach Rotweinkonsum häufiger auftreten.

In der Bevölkerung scheint eine Weinunverträglichkeit ähnlich häufig aufzutreten wie andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten, etwa Laktosenintoleranz. Wer unter entsprechenden Beschwerden leidet, sollte dies bei der ärztlichen Untersuchung in jedem Fall berücksichtigen, so die Wissenschaftler.

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