GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Risikofaktoren für Herzinfarkt: Forscher finden Herzinfarkt-Gen

Gene entdeckt, die ein Risikofaktor für Herzinfarkt darstellen
Forscher haben Herzinfarkt-Gene identifiziert. Mit einem geeigneten Test könnte man bald sein genetisches Risiko testen. © picture alliance / Susannah V. V, Susannah V. Vergau

Herzinfarkt-Gene können Risiko verdoppeln

Forschern ist ein weiterer Durchbruch im Kampf gegen den Herzinfarkt gelungen. Sie identifizierten zwei Gen-Varianten, deren Zusammenwirken das Infarktrisiko drastisch erhöhen kann. Herzinfarkt ist der Killer Nr. 1 in Europa: Jährlich fallen ihm rund 700.000 Menschen zum Opfer.

Der nächste Schritt werde die Entwicklung eines einfachen Tests sein, mit dem Menschen ihr genetisches Infarktrisiko prüfen lassen können. In ein bis zwei Jahren, so der Sprecher der internationalen Forschergruppe, Heribert Schunkert, vom Universitätsklinikum Lübeck, werde ein solcher Test bereitstehen.

Bislang wurden insgesamt 23 Genvarianten wurde als besonders tückisch entlarvt: Das Herzinfarkt-Risiko wird durch sie mehr als verdoppelt.

Statistisch herrscht bereits Klarheit über die Herzinfarkt-Gene: Jeder vierte Deutsche hat laut den Wissenschaftlern wegen seiner Gene ein verdoppeltes Herzinfarkt-Risiko. Bei weiteren 50 Prozent ist das Infarkt-Risiko wegen seiner Gen-Ausstattung 30 bis 40 Prozent erhöht. Lediglich 25 Prozent der Deutschen besitzen keines der Infarkt-Gene.

So könnten die Herzinfarkt-Gene wirken

Über die genaue Wirkungsweise der Infarkt-Gene gibt es bislang nur Spekulationen. Die Forscher vermuten, dass sie bewirken, dass Bagatell-Schäden an den Blutgefäßen des Herzens vom Körper übergroß ausgebessert werden. Dort könnten sich dann besonders leicht Blutpfropfe bilden, die den Infarkt auslösen.

Neben den jetzt identifizierten genetischen Risikofaktoren für Infarkt gibt es die bereits seit langem bekannten Risikofaktoren Rauchen, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und Stress.

Anzeige