Riesen-Tumor: Notoperation an Baby im Mutterleib

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Elijah und seine Eltern Jason und April Leffingwell können wieder lachen. © © Facebook/Elijah Leffingwell Deserves to Eat, Facebook/Elijah Leffingwell Deserves to Eat

Geschwür war dreieinhalb Mal so groß wie Babykopf

Können Sie sich vorstellen, wie das ist, wenn Sie Ihr erstes Kind erwarten und dann eröffnet Ihnen ein Arzt beim Routine-Check, dass das Baby in Ihrem Bauch einen seltsamen Tumor hat? Diese beklemmende Erfahrung musste die Amerikanerin April Leffingwell nach einer Ultraschall-Untersuchung in der 20. Schwangerschaftswoche machen. „Wir waren einfach nur erschüttert“, sagte April den Reportern der englischen Daily Mail, denen sie die Geschichte erzählt hat.

Und diese Erschütterung hielt an und verstärkte sich sogar, denn mit jeder neuen Untersuchung schien der Tumor im Brustkorb des Kindes zu wachsen. In der 25. Schwangerschaftswoche war der Tumor schließlich dreieinhalb Mal so groß wie sein Köpfchen und genauso groß wie der gesamte restliche Körper des ungeborenen Kindes. Da entschlossen sich die Ärzte des ‚Children Hospital of Philadelphia‘ zu einem dramatischen Schritt: Das Ungeborene wurde noch im Mutterleib operiert!

Es gab keine Alternative zu diesem riskanten Eingriff, denn der Tumor drückte mittlerweile alle anderen Organe stark zusammen. Das Baby wäre noch im Leib der Mutter gestorben. Mit der OP standen die Chancen für das Kind 50:50.

Die Operation verlief planmäßig: Der Tumor von der Gestalt einer großen Orange wurde sauber entfernt. Rund sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wurde das Baby entbunden: Elijah, so der Name des geretteten Kindes, musste allerdings direkt auf die Intensivstation gebracht werden. Für die Operation hatte das Zwerchfell durchlöchert werden müssen, was erhebliche Atemprobleme für den Kleinen bedeutete.

Künstliche Beatmung und künstliche Ernährung brachten Elijah in einen bedauernswerten Zustand und auch die Eltern konnten sich nicht unbeschwert über ihr Baby freuen. Die Zeit auf der Intensivstation bedeutete für Elijah auch, dass er im Anschluss daran erst einmal vorsichtig lernen musste, wie man isst und trinkt. Die angeborenen Reflexe, die das eigentlich jedem Baby ermöglichen, gab es zu der Zeit nicht mehr.

Mittlerweile ist Elijah zwei Jahre alt. Eine dicke Narbe auf dem Bauch erinnert noch an den Leidensweg des Kindes – und seiner Eltern! Aber er strahlt und entwickelt sich prächtig.

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