LIEBE LIEBE

Richtig Schluss machen: Der Verlassene verdient Respekt

Schluss machen: Respekt zeigen
Schluss machen: Respekt zeigen

Schluss machen: Nicht zu lasch ran gehen

Gerade läuft ja der Film „Der Schlussmacher“ im Kino. Mit dem schönen Matthias Schweighöfer. Ob schon mal jemand mit dem Schluss gemacht hat? Der ist doch unwiderstehlich.

Schluss machen, das ist auf jeden Fall schwierig. Es tut sehr weh. Manchmal beiden, manchmal nur dem Verlassenen. Was kann man tun, dass es weniger weh tut? Wenn man sich selbst vor Seelenpein bewahren will, kann man zum Beispiel einen Schlussmacher zum Partner schicken.

Es gibt wirklich Schlussmach-Agenturen. Für den Teil des Paars, das sich trennen will, mag eine solche Firma nützlich sein. Für die arme Wurst, die verlassen wird, ist das der Horror. Wenn es an der Tür klingelt und ein Schlussmacher sagt: „Schöne Grüße, die Beziehung ist aus. Du bist wieder Single. Wer auf diese brutale Weise in die Wüste geschickt wird, der kann eigentlich sicher sein: Mein frischgebackener Ex oder meine frischgebackene Ex muss ein totaler Feigling sein. Das hilft vielleicht bei der Abnabelung.

Fest steht, dass man selbst Schluss machen muss. Das ist der einzig menschliche Weg. Für einen selbst, für das Gegenüber. Was ist dabei zu beachten? Nun, weh tun muss es schon, wird es. Wer zu lasch an die Sache geht, der verzögert alles. Dessen muss man sich bewusst sein. Es hilft nichts, zu sagen, dass man seinen Partner eigentlich noch liebt, um ihn zu schonen. Selbst, wenn man es tut! Bisweilen trennt man sich nämlich, obwohl man noch liebt.

Ihr kennt das. Aus Vernunftgründen. Weil die Liebe da ist, der Rest einfach nicht passen will. Weil man zu verschieden ist, weil es ständig Streit gibt. Gerade bei einer Trennung, die vom Kopf ausgeht, muss das Herz schweigen. Wenn man die Trennung ernst meint. Kullern die Tränen und umarmt man den Menschen, den man verlassen will, wird der Kummer für beide noch größer. Das ist wie mit einem Pflaster, das zieht man auch schnell ab.

Und in der Folgezeit sollte man dann auf Distanz gehen. Dieses „Wir bleiben Freunde“, wenn man sich noch liebt, das klappt gar nicht. Da ist man beim dritten Treffen wieder in der Kiste. Und alles geht von vorn los. An das Thema „Freundschaft“ kann man sich nach einigen Monaten wagen. Am besten, wenn beide wieder eine neue Liebe haben.

Schluss machen: Dabei ist Liebe öfter zu retten als man glaubt

Was ist, wenn ich jemand verlassen will, den ich nicht mehr liebe? Den ich doof finde? Da sollte man genau wissen, warum. Trägt der Doofe oder die Doofe selbst die Verantwortung dafür, dass wir ihn doof finden? War er gemein zu uns? Ist das so, dann plädiere ich trotzdem dafür, dass man ein nettes Wort für die Trennung findet. Allein aus Stolz! Wer dann fies wird, obwohl er nicht fies ist, der wirkt als angeschlagener Verlierer. Liebe souverän „Lebwohl“ sagen. Finden wir den anderen doof, weil sich unser Blick auf ihn verändert hat, obwohl er so ist wie zu der Zeit, als wir uns verliebten, dann schulden wir ihm Schonung. Diese darf aber, wie gesagt, nicht so weit gehen, dass er die Trennung nicht kapiert. Und auf Distanz gehen sollte man auch.

Wie an es dreht und wendet: Schluss machen, gehört zu den schwierigsten Projekten in der Liebe. Am besten ist es, man bleibt zusammen, wenn es geht. Liebe ist öfter zu retten als man glaubt.

Ist die Fortsetzung der Liebe unmöglich, muss man sich an die hier vorgestellten Regeln halten. Nicht eine Schlussmach-Agentur beauftragen. Auch nicht, wenn Matthias Schweighöfer der Schlussmacher ist.

Alles Liebe

Eure Birgit

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