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Richtig erziehen: So sprechen Sie mit Kindern

Richtig erziehen: So sprechen Sie mit Kindern
Um das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, müssen Sie viel reden und Probleme ernst nehmen.

Zeigen Sie Mitgefühl

Eine gute Beziehung ist die Grundlage für die Erziehung von Kindern. Entscheidend ist Vertrauen. Vor allem Teenager hören häufiger auf Erwachsene, wenn sie gute Erfahrungen mit den Ratschlägen der Älteren gemacht haben. Um das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, müssen Sie also reden und Probleme ernst nehmen. Wichtig ist, wie Sie mit Ihrem Kind reden. Der Psychologe Michael Thiel hat fünf Kommunikationsregeln aufgestellt, mit denen Sie immer die richtigen Worte finden.

Regel 1: Mitgefühl statt Vorwürfe

Ihre Tochter hat zum ersten Mal Liebeskummer? Nehmen Sie das Problem ernst. Sätze wie "Mach nicht so ein Gesicht, du lernst noch viel nettere Jungs kennen" sind jetzt Gift. Hören Sie stattdessen gut zu, sonst fühlt sich das Kind unverstanden und es zieht sich zurück. Mitgefühl hilft und stärkt die Beziehung. Etwa so: "Ich hatte auch schon Liebeskummer, das tut weh. Aber es tut gut, darüber zu reden."

Regel 2: Feedback statt Schmollen

Das Kind ist nicht zum vereinbarten Zeitpunkt Zuhause und Sie machen auf beleidigte Leberwurst? Wütend ausgesprochene Strafen helfen jetzt nicht weiter. Beschreiben Sie lieber, warum Sie so sauer sind und wie Sie sich gefühlt haben: "Ich hatte Angst, weil ich nicht wusste, wo du warst." Künftig wird das Kind sich melden, weil es weiß, dass Sie sich Sorgen machen.

Regel 3: Klare Aussagen statt schwammiger Sprache

Heranwachsende brauchen klare Anweisungen. "Ich erwarte von dir…" ist viel besser als "Das ist eben so!" Sprechen Sie Ihre Meinung klar aus, diskutieren Sie mit dem Kind, ohne laut zu werden. Es muss aber deutlich werden, dass Sie Ihrem Kind nur helfen wollen.

Regel 4: Ursachen suchen statt Schuld zuweisen

Wieso hat Ihr Sohn jetzt schon das zweite Weinglas beim Spülen zertrümmert? Hat er vielleicht Sorgen? Sprechen Sie ihn direkt darauf an, ob er mit den Gedanken woanders ist. Wenn Sie sich stattdessen lautstark beklagen, wie ungeschickt er ist, schwächen Sie sein Selbstbewusstsein.

Regel 5: Ernstnehmen statt misstrauen

Konflikte zwischen Eltern und Kind arten oft in eine Art Verhör aus. Fragen wie "Was hast du dir bloß dabei gedacht?" drängen den Nachwuchs in einer Verteididungsposition. Wenn es Probleme in der Schule gibt, sollten Sie sich lieber detailliert die Situation beschreiben lassen: "Was genau hat der Lehrer gesagt? Wie hast du dich dabei gefühlt?" Ihr Kind muss sich ernstgenommen fühlen, um sich Ihnen anzuvertrauen.

Buch-Tipp: 'Raus aus der Sackgasse: Wie Sie sich aus verfahrenen Situationen befreien und wieder durchstarten' (Knaur Ratgeber, zirka 14 Euro).

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