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Rezeptfreie Medikamente: Erstattung durch Krankenkasse möglich

Rezeptfreies Medikament: Kostenerstattung durch Krankenkasse möglich
Auch wenn ein Medikament rezeptfrei ist, kann es sein, dass die Kassen das Geld erstatten. © picture alliance / Bildagentur-o, C.Ohde/Bildagentur-online

Unter diesen Umständen zahlt die Kasse

Natürlich ist es eine finanzielle Erleichterung für den Patienten, wenn seine Krankenkasse die Kosten auch für rezeptfreie Medikamente übernimmt. Doch das geschieht nur in bestimmten Fällen. Ärzte können apothekenpflichtige, verschreibungsfreie Arzneimittel Kindern bis zum 12. Lebensjahr und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnen.

Auch Erwachsene können rezeptfreie Medikamente erstattet bekommen, wenn die Wirkstoffe bzw. Wirkstoffgruppen der Mittel als Therapiestandard zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen gelten. Im Folgenden eine Auswahl von auch rezeptfrei erhältlichen Arzneimitteln (je nach Krankheiten/Beschwerdebild), bei denen die Kasse möglicherweise die Kosten übernimmt.

Abführmittel

Tumorleiden

Verschiedene Darmerkrankungen

Vor diagnostischen Eingriffen, bei phosphatbindender Medikation bei chronischer Funktionsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz) und Opiat- sowie Opioid-therapie

Antipilzmittel (Antimykotika)

Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum

Antiseptika, Gleitmittel

Für Patienten mit Katheterisierung

Azetylsalizylsäure

(bis 300 mg/Dosiseinheit)

In der Nachsorge von Herzinfarkt und Schlaganfall sowie nach arteriellen Eingriffen

Eisen-(II)-Verbindungen

Nachgewiesene Blutarmut infolge erblich bedingter oder erworbener

Eisenstoffwechselstörung (Eisenmangelanämie)

Flohsamen und Flohsamenschalen

Als unterstützende Quellmittel-Behandlung bei Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom und

Durchfall in Zusammenhang mit HIV

Folsäure und Folinate

Therapie mit Folsäureantagonisten sowie zur Behandlung von Darmkrebs

Weitere Medikamente, für die die Krankenkasse zahlt

Gingko-biloba-Blätter-Extrakt

(Aceton-Wasser-Auszug, standardisiert)

Behandlung einer Demenz

Kalziumverbindungen

als Monopräparate Unterfunktion der Nebenschilddrüsen

und mangelnde Verwertung des Parathormons

Bei Bisphosphonat-Behandlung, bei zwingender Notwendigkeit

Magnesiumverbindungen

zum Einnehmen Angeborene Magnesiumverlusterkrankung

Metixenhydrochlorid

Parkinson-Syndrom

Niclosamid

Bandwurmbefall

Pankreasenzyme

Chronische, exokrine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse

Mukoviszidose

Phosphatbinder

Zur Behandlung der Phosphatanreicherung im Blut bei chronischer Funktionsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz) und Dialyse

Synthetische Tränenflüssigkeit

Autoimmunerkrankungen

Fehlen oder Schädigung der Tränendrüse

Gesichtslähmung

Unvollständiger Lidschluss

Wasserlösliche Vitamine

auch in Kombinationen Dialyse

Zinkverbindungen als Monopräparate

Zinkmangelsymptome aufgrund einer enteropathischen Akrodermatitis

Durch Blutwäsche bedingter, nachgewiesener Zinkmangel

Zitrate

Blasen- oder Nierensteine

(Harnkonkremente)

Quelle: Stiftung Warentest

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