GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Reiseapotheke: Diese Medikamente sollten auf Reisen dabei sein

Reiseapotheke: Diese Medikamente sollten auf Reisen dabei sein
© picture alliance / blickwinkel/M, McPHOTOs

Medizin auf Reisen: Die Grundausstattung

Na, schon aufgeregt? Koffer schon gepackt? Und haben Sie auch an reichlich Sonnenmilch gedacht? Prima! Aber wie sieht es mit der Reiseapotheke aus? Ein paar Sachen für den Krankheitsfall sollten mit.

Reisende, die ein chronisches Leiden plagt, sollten ihre Reise mit dem Arzt besprechen. Auch das Thema Schutzimpfungen sollte mit dem Doc - am besten schon sechs, sieben Wochen vorher - besprochen werden. Andere Länder, andere Sitten, andere Krankheiten.

Was ansonsten in die Reiseapotheke gehört:

Wunddesinfektion: Ein Desinfektionsmittel darf in keiner Reiseapotheke fehlen!

Verbandmaterial: Zur Versorgung von Wunden sind Pflaster, sterile Wundkompressen, Mullbinden, elastische Binden, Klebeband, Schere, Splitterpinzette und Dreiecktuch wichtig.

Fieberthermometer: Aber bitte keines aus Glas! Das ist einfach zu zerbrechlich.

Auch Verbandszeug für Reiseapotheke nicht vergessen!

Schmerz- und Fiebermittel: Medikamente gegen Fieber und leichte bis mittlere Schmerzen sind wichtig zur Erst-Behandlung von Fieber, Kopf-, Zahn- und Gliederschmerzen, beispielsweise bei Erkältungen. Am besten eignet sich hier Paracetamol. Kautabletten können auch ohne Wasser eingenommen werden. Wie jedes Medikament sollte auch Paracetamol nicht länger als drei Tage ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden. Überdosierung kann schwere Leber- und Nierenschäden verursachen.

Vorsicht vor Aspirin! Das an und für sich nützliche Medikament sollte in den Tropen nicht eingesetzt werden, da es blutverdünnend ist und manche Tropenkrankheiten verschlimmern kann.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet bereits vieles im Verbandkasten. Checken Sie aber auch, ob das Material noch innerhalb der Mindesthaltbarkeit ist! Polizisten können, wenn sie abgelaufenes Material entdecken, ein Bußgeld verhängen.

Reisekrankheit: Damit Ihnen im schwankenden Bus oder auf dem Schiff nicht flau wird, packen Sie auch Reisetabletten ein. Diese werden am besten vor Antritt der Reise eingenommen. Bei plötzlicher Übelkeit helfen schnell wirksame Kaugummi-Präparate. Doch Vorsicht: Viele der Wirkstoffe machen müde.

Es gibt auch eine leckere und gesunde Alternative: Malaysische Piraten, denen der Seegang zu schaffen machte, aßen in den alten Seeräuber-Tagen Ingwer. Probieren Sie doch mal, ob Ihnen kandierter Ingwer - gibt es in vielen Nasch-Läden - schmeckt! Gibt Piraten-Power!

Gefahr von Flüssigkeitsverlust

Reiseapotheke: Diese Medikamente sollten auf Reisen dabei sein

Gegen Durchfall: Starker Flüssigkeitsverlust ist die größte Gefahr bei Durchfall. Elektrolyt-Pulver gibt dem Körper Wasser und Salze zurück. Die Weisheit von Oma, Cola und Salzstangen würden helfen, ist falsch und kann den Durchfall sogar verschlimmern. Besser: Je halben Liter abgekochten (!) Wassers einen halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffel Traubenzucker auflösen, mit Orangensaft abschmecken und davon drei Liter am Tag trinken. Loperamid stoppt Durchfall sofort. Es ist jedoch nur kurzfristig einzusetzten, um starken Wassermangel vorzubeugen. Kohletabletten haben ihre Bedeutung bei der Durchfallbehandlung verloren.

Verstopfung:

Insektenstiche und Allergien: Insektenstiche oder Allergien können lästigen Juckreiz hervorrufen. Zur Auswahl stehen Mittel zum Einnehmen oder zum Einreiben.

In tropischen Ländern ist es sehr sinnvoll, darauf zu achten, dass man nicht gestochen wird. Stechinsekten sind oft Überträger äußerst unangenehmer Krankheiten. In der Dämmerung, wenn die meisten der Plagegeister aktiv werden, sollten Sie langärmelige Hemden und Hosen tragen. Achten Sie auf helle Farben. Moskitos werden von dunkler Kleidung angezogen!

Prellungen und Zerrungen: Entzündungshemmende Medikamente lindern Schmerzen und lassen Schwellungen abklingen. Bei anhaltenden starken Schmerzen und Schwellungen müssen Sie einen Arzt aufsuchen!

Husten und Schnupfen: Ein Nasenspray und Tabletten helfen bei Erkältung. Nasensprays sind dann wichtig, um Ohrenschmerzen oder gar Innenohrschäden zu verhindern. Gerade bei Flügen ist eine freie Nase wichtig zum Druckausgleich.

Halsschmerzen: Bei Halsentzündungen können Medikamente mit desinfizierender Wirkung Linderung bringen. Oft ist in diesen Medikamenten noch zusätzlich ein schmerzstillender Wirkstoff enthalten.

Augenbeschwerden: Staub, Wind oder Licht verursachen auf Reisen häufig Bindehautentzündungen. Eine Sonnenbrille ist dann kein Coolfaktor, sondern absolutes Muss. Augentropfen und künstliche Tränen helfen bei leichter Reizung und Augentrockenheit.

Insekten abweisende Mittel: Ein Schutz vor Mückenstichen mit Sprays, Lotion und 'Mückenkeulen' darf nicht unterscghätzt werden. Diese können prima auch im Urlaubsland gekauft werden. Diese sind dort nicht nur billiger, sondern wirken gegen die einheimischen Insekten oft auch besser als deutsche Lotionen. 'Repellent' wird in vielen Ländern verstanden.

Nachts sollten Sie in den Tropen unter einem Moskitonetz schlafen. Es garantiert ungestörten Schlaf und schützt vor Infektionen wie Malaria und Dengue-Fieber. Sie können Netze günstig vor Ort kaufen, falls in Ihrem Hotel kein Netz vorhanden ist.

Afrika ist brisant

Reiseapotheke: Diese Medikamente sollten auf Reisen dabei sein

Spritzen und Nadeln: Sie reisen nach Afrika oder in die weniger besuchten Regionen Asiens? Dann packen Sie auch ein paar Einwegspritzen plus Nadeln in die Reiseapotheke. Es kommt immer wieder vor, dass Spritzen in den entlegeneren Regionen mehrfach eingesetzt werden. Das ist riskant für Sie. Im Notfall händigen Sie dem Arzt vor Ort die mitgebrachten Spritzen aus. Sie bekommen die Spritzen in der Apotheke oder beim Arzt.

Individuell notwendige Medikamente: Haben Sie eine chronische Erkrankung? Müssen Sie täglich Medikamente nehmen? Packen Sie genügend Ihrer Medizin ins Handgepäck. Fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie weiter vorgehen sollen. Ob es Wechselwirkungen zwischen Medikamenten gibt. Neigen Sie zu bestimmten Beschwerden? Allergien? Sodbrennen? Herpes? Greifen Sie zu einem Präparat, mit dem Sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben.

Lange Reisen haben es in sich! Zwei Kleinigkeiten machen die Strapazen erträglicher:

Solespray: Packen Sie für die nächste Flugreise eine kleine Sprühflasche mit Salzsole ins Handgepäck (der berühmte verschließbare Plastikbeutel). In den Fliegern ist die Luft trockener als in der Wüste. Darunter leidet die Nasenschleimhaut und Sie können sich während des Fluges sehr leicht eine Erkältung zuziehen. Regelmäßiges Sprühen in die Nase hilft, Infektionen zu vermeiden.

Rescue-Tropfen: Drei Tropfen helfen bei Erschöpfung, Stress und Schock. Die Alternativ-Medizin ist frei von Nebenwirkungen und in jeder Apotheke zu bekommen.

Anzeige