FAMILIE FAMILIE

Regenbogen-Kinder: Jetzt kommen die Gaybies zu Wort

"Normal ist langweilig"

Nach ewigem hin und her, schier endlosen Debatten und jahrzehntelangen Protesten haben die USA endlich den Schritt nach vorne gewagt und die Ehe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Partnern im Juni 2015 legalisiert. Deutschland ist hingegen noch nicht soweit – und das, obwohl eine Mehrheit der Deutschen sich klar dafür ausspricht. Homosexuelle Paare fordern die gleichen Rechte. Das Recht auf Anerkennung, Ehe und auch das Recht eine ganz normale Familie zu sein. Das Argument der Politik, das Kindeswohl sei in Gefahr, wenn es von zwei Müttern oder zwei Vätern erzogen wird, ist längst überholt.

Immer mehr Kinder wachsen bei gleichgeschlechtlichen Eltern auf und sind deswegen nicht weniger glücklich als andere Kinder. Die Künstlerin Casey Legler und der Fotograf Jez Smith begleiteten Kinder, die in sogenannten Regenbogenfamilien leben und lassen sie einmal selbst zu Wort kommen. Entstanden ist daraus die rührende Dokumentation ‘Gayby Baby’.

"Ich habe zwei Mütter. Außerdem gibt es noch meine Schwester Ebony, meinen kleinen Bruder Ash und meinen kleinsten Bruder Makaya. Meine Familie ist toll. Denn lieber bin ich in einer Familie, die anders und glücklich ist, als in einer Familie, die normal und unglücklich ist", erzählt der 12-jährige Seth. Und auch Ebony (16) kann die ganze Aufregung, die um Regenbogen-Familien gemacht wird, nicht verstehen: "Überall höre ich die Worte ‚Schwule Agenda‘ und jedes Mal fange ich an zu lachen. Das Einzige, woran meine Eltern denken, ist, wie sie meinen Bruder Makaya zum Einschlafen bringen, ob wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und dann Briefe von Lehrern bekommen, dass wir das nicht tun. Wenn meine Leben eine Agenda hat, dann soll die mir mal jemand erklären."

Sie sind stolz auf ihre Mütter und Väter: "Mein Ratschlag an junge Leute: Erkennt an, dass ihr anders seid. Wer will schon normal sein? Normal ist langweilig", weiß die ebenfalls 16-jährige Sunnai.

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