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Rechtschreibreform: Deutsche Kids schneiden schlecht ab

Kinder schreiben immer schlechter
Kinder schreiben immer schlechter Rechtschreibstudie zeigt Mängel 00:01:39
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Rechtschreibreform: Die Horror-Bilanz nach 20 Jahren

Zwanzig Jahre nach Einführung der Rechtschreibreform präsentieren Forscher ein vernichtendes Urteil: Nach einer aktuellen Studie hat sich die Fehlerquote an Schulen vervielfacht. Bundesweit verfügt rund die Hälfte aller Neuntklässler über nicht ausreichende Rechtschreibkenntnisse.

Die Studie besagt, dass Schüler bei einem Diktat heute fast doppelt so viele Rechtschreibfehler machen wie noch in den 1970er Jahren. In den 1970er-Jahren zählte man noch vier Fehler je Vergleichsdiktat bei Schülern der Unterstufe (5. bis 7. Klasse), in den 2000er-Jahren waren es sieben Fehler im selben Text. Die größten Probleme gibt es laut Untersuchung dann, wenn es um das Getrennt- oder Zusammenschreiben geht oder um die Groß- und Kleinschreibung von Wörtern.

Der ‘Rat für deutsche Rechtschreibung‘ gesteht ein Scheitern inzwischen ein. Er stellt in einem Rundbrief fest, dass die Leistungen in der Orthographie gesunken sind. Jetzt fordert der Rat: Rechtschreib-Nachhilfe für alle Schülerinnen und Schüler, damit sich etwas ändert.

Rechtschreibreform – 1996, 2004 und 2006

Die Rechtschreibreform ist 1996 ursprünglich auf den Weg gebracht worden, um die Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum zu vereinfachen. Die besonders strittigen Aspekte der Reform sind in den Jahren 2004 und 2006 überarbeitet und angepasst worden. Durch die erste Überarbeitung 2004 ist keine der neu eingeführten Schreibweisen von 1996 widerrufen worden. Es sind lediglich neue Varianten hinzugekommen. Oftmals ist dann sowohl das Zusammenschreiben als auch das Getrenntschreiben von bestimmten Wörtern erlaubt und richtig. Zwei Jahre später sind dem Schreibenden mit der erneuten Reformierung noch mehr Freiheiten gegeben. Alle Änderungen waren bei den Reformen stets verbindlich. Dementsprechend gelten ältere Reformvarianten als falsch.

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