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Rechtsanspruch auf Kita-Platz: Die aktuellen Zahlen

Rechtsanspruch auf Kita-Platz: Die aktuellen Zahlen
Angang Juli hat Familienministerin die aktuellen Zahlen zum Kita-Ausbau präsentiert. © dpa, Georg Wendt

Schröder präsentiert aktuelle Zahlen

Zum 1. August 2013 wird jedem Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein (einklagbarer) Anspruch auf einen Betreuungsplatz garantiert. Die Länder haben sich deshalb in den vergangenen Monaten kräftig ins Zeug gelegt, um die Zahl der möglichen Klagen möglichst gering zu halten. Und anscheinend mit Erfolg, wie Familienministerin Kristina Schröder Anfang Juli bekannt gab. Nach den Angaben der Bundesländer sollen im Kita-Jahr 2013/2014 voraussichtlich insgesamt 813.093 Kita-Plätze zur Verfügung stehen.

Allerdings werden die Plätze teilweise erst im Laufe des Kita-Jahres 2013/2014 in Betrieb sein. Aber die Familienministerin gibt sich dennoch optimistisch: “Auf Basis der Zahlen, die uns die Länder zur Verfügung gestellt haben, dürfen wir aber fest davon ausgehen, dass zum Inkrafttreten des Rechtsanspruchs am 1. August 2013 zahlenmäßig nahezu ausreichend Kita-Plätze real in Betrieb sein werden.“

Große regionale Unterschiede

Rechtsanspruch auf Kita-Platz: Die aktuellen Zahlen
Gerade Eltern, die in Ballungsgebieten leben, haben trotz Rechtsanspruch Schwierigkeiten, einen Kita-Platz für ihr Kind zu bekommen. © dpa, Georg Wendt

Die neuen Zahlen bedeuten laut NDR Info jedoch nicht, dass zum Stichtag 1. August alle interessierten Eltern tatsächlich auch einen Betreuungsplatz in ihrer Nähe bekommen werden. Das Problem bleiben nach wie vor die Großstädte. Denn dort werden sehr viel mehr Plätze benötigt, als auf dem Land. Vor allem in den westdeutschen Ballungszentren wird es Engpässe bei der Betreuung geben. Und auch zwischen den Bundesländern variiert der Betreuungsbedarf stark. Einen landesweiten Überblick über die örtlichen Bedarfszahlen zu erstellen, sei schwierig, wie eine Sprecherin des Familienministeriums sagte. Vor allem der Umstand, dass viele Eltern ihre Kinder in mehreren Kitas anmelden, erschwert einen Überblick über die konkrete Bedürfnislage.

Bei ihrem Gesetzesentwurf ging die Bundesregierung 2008 davon aus, dass 35 Prozent aller Kleinkinder einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen, das sind 750 000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei zum Stichtag. In Städten und Ballungsräumen ist der Bedarf jedoch deutlich größer. Es wird davon ausgegangen dass hier selbst eine Quote von 50 Prozent nicht ausreicht. Trotzdem gilt der Rechtsanspruch am 1.August bundesweit. Das bedeutet: Wenn eine Kommune keinen Betreuungsplatz anbieten kann, können die Eltern klagen.

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