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‚Raw till four‘: Wie gesund ist die Rohkost-Diät wirklich?

Ist Rohkost gesünder als gekochtes Gemüse?
Ist Rohkost gesünder als gekochtes Gemüse? Prof. Froböse klärt auf 00:01:49
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Wie viel Rohkost ist zu viel?

Dass eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse gesund ist, steht außer Frage. Früchte liefern wertvolle Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Doch wie viel Rohkost ist zu viel? Bei der Diät ‚Raw till four‘ kommen bis vier Uhr nachmittags ausschließlich Früchte auf den Teller. Kann das gesund sein?

Bekannt wurde die Diät durch die Australierin Freelee, die auch als ‚The Banana Girl‘ bekannt ist. Ihren Spitznamen verdankt Freelee der Tatsache, dass sie unter anderem mit Bananen stark abgenommen hat. Sie ist überzeugt davon, dass eine vegane Ernährung mit Rohkost nicht nur gesund ist, sondern auch zu mehr Fitness und Energie verhilft.

Die ‚Raw till four‘-Diät basiert auf folgendem Prinzip: Die tägliche Ernährung sollte zu 80 Prozent aus Kohlenhydraten und zu jeweils zehn Prozent aus Protein und Fett bestehen. Das klingt erst einmal wenig spektakulär - und vor allem leicht umsetzbar. Denn bei Kohlenhydraten werden die meisten an leckere Pasta, Brot und Kartoffeln denken. Doch weit gefehlt. Bei der ‚Raw till four‘-Diät ist als Kohlenhydratquelle – wie der Name schon sagt – ausschließlich Rohkost erlaubt – zumindest bis vier Uhr nachmittags. Bis dahin sollte man zwei Mahlzeiten à 1000 Kalorien in Form von Obst und Gemüse zu sich nehmen.

‚Raw till four‘ ist dauerhaft zu einseitig

Mit wenigen Ausnahmen wie Weintrauben, Bananen oder Avocados liefern die meisten Obst- und Gemüsesorten aber nur durchschnittlich 20-50 Kalorien pro 100 Gramm. Das bedeutet im Umkehrschluss: Um auf 1000 Kalorien zu kommen muss man schon eine ziemlich große Menge an Früchten essen. Diese kann man jedoch auch in Form von Smoothies oder Säften aufnehmen. Nichtsdestotrotz belastet die enorme Menge an Ballaststoffen die Verdauungsorgane. Blähungen, Magenschmerzen bis hin zu Durchfall sind möglich. Bei der dritten Mahlzeit des Tages, die insgesamt maximal 500 bis 600 Kalorien liefern sollte, sind dann auch Kohlenhydrate wie Nudeln oder Reis erlaubt – natürlich wieder kombiniert mit viel Gemüse. Obst und Rohkost sind ab 16 Uhr allerdings tabu.

Unbestritten ist, dass viel frisches Obst und Gemüse per se gesund sind. Allerdings ist eine ausschließliche Ernährung mit Rohkost genauso einseitig und letztlich ungesund wie der ausschließliche Konsum von Fast Food oder Fertiggerichten. Nicht vergessen werden darf außerdem: Obst liefert jede Menge Fruchtzucker. Und der ist nicht gesünder als herkömmlicher Haushaltszucker. Nicht erlaubt bei der ‚Raw till four‘-Diät sind außerdem Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Erbsen. Und das, obwohl erwiesen ist, dass sie viel wertvolles Eiweiß liefern – und das ist gerade für Veganer wichtig. Von einer dauerhaften Ernährung nach dem ‚Raw till four‘-Prinzip ist also abzuraten.

Besser und gesünder ist eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt pro Tag zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse. Eine Portion entspricht dabei einer Handvoll. Zudem sollten täglich wertvolles Eiweiß aus magerem Fleisch oder fettarmen Milchprodukten, ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen sowie Vollkornprodukte auf den Teller kommen.

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