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Rauchen in der Schwangerschaft: Schock-Video erregt Gemüter im Netz

Geht dieses Video zu weit?

Eine hochschwangere Frau bereitet das Kinderzimmer für den bald kommenden Nachwuchs vor: Sie spickt Nägel in eine Wickelauflage, legt eine Python in den Kinderwagen und steckt eine Gabel in die Steckdose. Mit diesen Bildern will eine finnische Kampagne zeigen, wie gefährlich das Rauchen in der Schwangerschaft ist. Geht das Schock-Video zu weit? Die Reaktionen im Internet sind zwiegespalten.

Eine Kampagne gegen das Rauchen in der Schwangerschaft erregt die Gemüter im Netz: Darin tut eine werdende Mutter alles, um ihrem Baby zu schaden.
Trotz der eindeutigen Gefahr für das Kind rauchen 15 Prozent der schwangeren Frauen in Finnland

„Die eigene Mutter kann der schlimmste Feind ihres Kindes sein“ lautet der Slogan der extremen Kampagne. In ihrem Heimatland Finnland rauchen laut Angaben der dortigen Krebsgesellschaft 15 Prozent der Frauen in der Schwangerschaft, bei Müttern im Teenageralter liegt der Wert sogar bei ganzen 50 Prozent. „Wie kann irgendjemand denken, dass Rauchen während der Schwangerschaft akzeptabel ist?“, fragt Marko Vuorensola, der künstlerische Leiter hinter der Kampagne. „Wir mussten uns etwas Drastisches überlegen, um unsere Botschaft zu verdeutlichen“.

Das ist Havas Helsinki, der Agentur hinter der Kampagne, auf jeden Fall gelungen. Das Video mit der sadistischen Schwangeren wurde bei YouTube schon fast eine Million Mal angeklickt. Die Reaktionen im Internet sind allerdings nicht nur positiv: Nicht nur Mütter fühlen sich von den Bildern verstört und angeekelt – und das, obwohl das Baby im Video nicht einmal zu sehen ist. Das war auch das Ziel der Künstler: „Rauchen während der Schwangerschaft ist ein sehr verstörendes Bild, deshalb wollten wir es in seiner ganzen Pracht zeigen, auch die blutrünstige Seite“.

Welche Risiken bestehen für das Baby?

Auch in Deutschland ist die Zahl der rauchenden Schwangeren hoch: Ungefähr jede vierte werdende Mutter greift regelmäßig zum Glimmstängel und vergiftet damit das ungeborene Kind. Die Liste der möglichen Schäden für das Kind ist lang: Laut einer Studie der Universität Bristol ist Rauchen der Hauptgrund für den plötzlichen Kindstod, Früh-, Fehl- und Totgeburten. Auch das Gehirn des Kindes leidet stark unter dem Sauerstoffentzug, der durch das Rauchen herbeigeführt wird.

Die Folgen können dann eine niedrige Intelligenz und Sprach- und Verhaltensstörungen beim Kind sein. Weitere Effekte: Hyperaktivität, Asthma, Atemwegsinfektionen und Fehlbildungen an Fingern, Händen oder Beinen beim Baby. Hansjosef Böhles, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, behauptet: "Rauchen in der Schwangerschaft ist eine Form der Kindesmisshandlung."

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