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Rauchen in der Schwangerschaft: Jede sechste Frau tut es

Gefahr durch das Rauchen wird unterschätzt

Zigarette trotz Schwangerschaft: Für jede sechste werdende Mutter ist das Normalität. Das ist das Ergebnis der Schulanfängerstudie aus Sachsen-Anhalt, die von Sozialminister Norbert Bischoff vorgestellt wurde. Für die Studie wurden rund 37.000 Kinder hinsichtlich der Einflüsse ihrer Lebensumwelt untersucht. Dabei kam unter anderem heraus, dass seit 1991 die Zahl der rauchenden Schwangeren um fünf Prozent gestiegen ist.

Rauchen in der Schwangerschaft ist gefährlich fürs Kind
Rauchen in der Schwangerschaft: Viele Frauen sind sich der Gefahren für das Baby nicht bewusst © picture alliance / ZB, Hans Wiedl

Rauchende Schwangere setzen das ungeborene Kind einem hohen Risiko aus: Laut einer Studie der Universität Bristol ist Rauchen in der Schwangerschaft der Hauptgrund für den plötzlichen Kindstod. Auch Früh-, Fehl- und Totgeburten sollen in vielen Fällen vom Rauchen in der Schwangerschaft herrühren. Das Gehirn des Kindes leidet ebenfalls stark unter dem Sauerstoffentzug, der durch das Rauchen herbeigeführt wird. Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben, leiden außerdem öfter an Bronchitis und Lungenentzündung.

Ob eine Frau während ihrer Schwangerschaft raucht oder nicht, scheint stark von ihrem Bildungsabschluss abzuhängen: Nur knapp vier Prozent der Frauen mit einer akademischen Bildung rauchten während der Schwangerschaft weiter - bei den Frauen mit einer geringen Bildung waren es fast 35 Prozent, also jede dritte Frau.

Eine positive Tendenz gibt es dennoch: In Wohnungen, in denen Kinder leben, wird weniger geraucht. Im Jahr 1991 wurde noch in 58 Prozent der Wohnungen mit Kindern geraucht, dieses Jahr ist der Wert auf 14 Prozent gefallen. Mütter rauchen dabei deutlich öfter als Väter: Der Anteil der rauchenden Mütter beträgt 73 Prozent, bei den Vätern sind es 43 Prozent.

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