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Radikales Fasten: Wie der Verzicht auf Nahrung unser Gehirn verändert

Nahrungs-Verzicht verändert das Gehirn
Nahrungs-Verzicht verändert das Gehirn Besser nicht radikal fasten 00:02:20
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Die Fastenzeit hat begonnen. Manch einer versucht sich gesünder zu ernähren - etwa mit dem Verzicht auf tierische Produkte. Andere wiederum nehmen die siebenwöchige Zeit des Verzichts zum Anlass, um mit radikalen Methoden möglichst viel Gewicht zu verlieren. Dass das allerdings nicht nur gesundheitliche Schäden mit sich bringt, sondern auch unser Gehirn negativ beeinflussen kann, davor warnt jetzt sogar eine Neurochirurgin.

"Wer radikal fastet, dessen Gehirn verändert sich dauerhaft"

Die Jeans soll im Frühling besser sitzen und im Sommer will man am Strand sowieso eine gute Figur machen - für viele kommt die Fastenzeit gerade richtig. Mit einer radikalen Diät sollen dann die lästigen Pfunde endlich purzeln. 

Doch extremes Fasten oder Diäten, bei dem nicht selten gänzlich auf feste Nahrung verzichtet wird, kann die Funktionalität bestimmter Teile unseres Gehirns verändern. So zumindest die Neurochirurgin Dr. Iris Zachenhofer. "Wer radikal fastet, dessen Gehirn verändert sich dauerhaft", sagt sie. Und das habe negative Folgen für unser gesundes Hungergefühl. 

Verschiedene psychologische Tests sollen nachgewiesen haben, dass sich bei rigoros fastenden Menschen das Denken irgendwann nur noch um Essen dreht. Die Fragen 'Was beziehungsweise wann kann ich essen?' sollen unsere Denkweise dann maßgeblich beeinflussen. ​

Essen gewinnt bei radikalem Fasten stärkere emotionale Bedeutung

Den Grund dafür sieht die Neurochirurgin bei zwei Gegenspielern in unserem Gehirn. Da wäre zum einen der sogenannte präfrontale Cortex, gewissermaßen unser Vernunftsdenken. Dieser Teil des Gehirns ist verantwortlich für unsere Pläne, Handlungen und für die Ziele, die wir uns setzen. Also genau der Teil, der erst darauf hinweist, dass für die perfekte Strandfigur noch Gewicht verlieren muss. Das Problem: Nach einem radikalen Fasten ist dieser Teil wesentlich inaktiver. Es fällt also schwerer, sich Ziele zu setzen und Handlungen durchzusetzen. 

Der Gegenspieler unseres Vernunftsdenkens ist das Belohnungssystem in unserem Gehirn. Eben jener Teil, der Genuss möchte. Im Gegenzug ist der nach einer Radikaldiät deutlich aktiver. Das bedeutet, dass Belohnungen in Form von Essen eine viel stärkere emotionale Bedeutung gewinnt.

Langzeit-Diät ist nachhaltiger

Durch eine so brachiale Diät machen wir es unserem Körper also erst richtig schwer, dauerhaft abzunehmen. Die höhere Aktivität des Belohnungssystems könnte den Wunsch nach Gewichtsabnahme sogar ins Gegenteil wenden. 

Laut Neurochirurgin Zachenhofer gelingt eine gute Diät nur über einen längeren Zeitraum und nicht in einer siebenwöchigen Fastenzeit. Es sei empfehlenswert, sich für gesundes Kochen und Essen genügend Zeit zu nehmen. Der Abnehmeffekt wird nachhaltiger und besser sein, als komplett auf Nahrung zu verzichten. 

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