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Radfahren, aber richtig: Diese Regeln sollten Sie kennen

Gut zu wissen - diese Regeln gelten für Fahrradfahrer
Gut zu wissen - diese Regeln gelten für Fahrradfahrer Was dürfen wir auf dem Drahtesel? 00:03:41
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Radfahren: Ist es erlaubt, freihändig zu fahren?

Fahrradfahren schont die Umwelt, ist gesund und macht sogar noch Spaß. Aber im Straßenverkehr sind wichtige Regeln zu beachten, auch für Radfahrer. Wir stellen die wichtigsten Fahrrad-Fakten vor. Das sollten Sie wissen, wenn Sie mit ihrem Drahtesel unterwegs sind.

Radfahren, aber richtig: Diese Regeln sollten Sie kennen
Fahrradfahren mit oder ohne Helm, wer darf auf den Radweg und wie ist das mit der Einbahnstraße? Das Gesetz hat diese Fragen rund ums Fahrrad ganz genau geregelt. © dpa, Julian Stratenschulte

Freihändiges Fahrradfahren

Entspannt und lässig - freihändig auf dem Fahrrad fahren mag cool aussehen, aber ist das erlaubt? Nein, das ist verboten und zwar aus gutem Grund, wie Polizeihauptkommissar Markus Koch aus München erklärt. Denn wenn die Hände nicht am Lenker sind, gefährdet der Radfahrer nicht nur sich, sondern auch Andere im Straßenverkehr. Die Fahrt ohne Hände an den Griffen kann übrigens mit einem Bußgeld von fünf Euro bestraft werden.

Eine rote Ampel ignorieren

Das wird teuer. Wer mal eben über Rot fährt, weil es schnell gehen muss oder der einfachere Weg mit dem Rad eine Fußgängerampel kreuzt, ist schnell bis zu 160 Euro los und bekommt sogar noch einen Punkt in Flensburg.

Das Smartphone auf dem Fahrrad nutzen

Telefonieren auf dem Rad, wenn es ohne Freisprecheinrichtung passiert, ist verboten und wird mit 25 Euro geahndet. Beim Musikhören sieht es etwas anders aus. Es muss gewährleistet sein, dass Sie Ihre Außenwelt noch wahrnehmen können. Denn nach § 23 Abs. 1 StVO dürfen Fahrzeugführer ihre Sinne nicht beeinträchtigen. Kommt es mit aufgesetzten Kopfhörern zum Unfall, spricht der erste Anschein dafür, dass man wegen der Musik unvorsichtig war oder gar ein Warnsignal überhört hat. Das kann dann richtig teuer werden, da die Versicherung eine Übernahme der Kosten in diesem Fall ablehnen kann.

Kinder weg von der Straße

Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr gehören mit dem Fahrrad nicht auf die Straße, sondern auf den Bürgersteig. Sie müssen den Gehweg benutzen. Mit dem achten Geburtstag können sie zwei Jahre lang wählen: Straße oder Gehweg. Ab dem zehnten Geburtstag ist Schluss mit dem Welpenschutz: Die Kinder müssen dann entweder den Radweg oder die Straße benutzen, der Gehweg ist für sie tabu.

Radweg oder Straße?

Die Radwegbenutzungspflicht ist für viele Radler und Verbände ein Dorn im Schlauch. Wenn ein Radweg beschildert ist (weißes Fahrrad auf blauem Grund) besteht eigentlich die Pflicht, diesen Radweg zu benutzen. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig (Az.: 3 C 42.09) hat diese Radwegebenutzungspflicht in einem Grundsatzurteil ausgehebelt. Städte und Gemeinden dürfen nur in Ausnahmefällen Radwege als benutzungspflichtig kennzeichnen. Im Regelfall dürfen Fahrradfahrer auch die Straße benutzen.

Um sich nicht unnötig ein Bußgeld einzufangen, sollte allerdings der Radweg benutzt werden. Aber aufgepasst, wird der Radweg in die falsche Richtung befahren, kann das 30 Euro kosten - 20 Euro sind fällig, wenn man mit dem Rad auf dem Gehweg fährt.

Lieber kein Händchenhalten auf den Rädern

Nicht nebeneinander fahren

Eigentlich ist es ganz gemütlich, nebeneinander zu fahren und während der Fahrt ein kleines Schwätzchen zu halten. Das sollten Sie aber nur tun, wenn der weitere Verkehr nicht beeinträchtigt wird. Denn grundsätzlich müssen Fahrradfahrer hintereinander fahren. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Ist eine Radfahrergruppe mit mindestens 15 Fahrern unterwegs, bilden sie einen geschlossenen Verband. In diesem dürfen sie grundsätzlich nebeneinander fahren. Also auch dann, wenn Autofahrer behindert werden.

In der Gruppe unterwegs?

Dieser geschlossene Verband hat eine Sonderstellung, denn er muss von den anderen Verkehrsteilnehmern wie ein einziges Fahrzeug behandelt werden. Das hat zur Konsequenz, dass eine solche Kolonne mitunter eine Kreuzung blockieren kann. Denn wenn die Vorausfahrenden berechtigt auf die Kreuzung gefahren sind, müssen die Nachzügler nicht anhalten, um eigentlich vorfahrtberechtigten Verkehr passieren zu lassen. Das gilt auch bei Rotlicht. Allerdings darf das Privileg nicht erzwungen werden.

Sind Helme Pflicht?

Zur eigenen Sicherheit sollten Radfahrer einen Helm tragen, eine Helmpflicht für Radler gibt es aber nicht. Auch die Versicherung kann keinen Strick daraus drehen und eine Leistung kürzen oder verweigern.

Alkoholverbot gilt auch auf dem Fahrrad

Das Auto stehen lassen, um auf dem Rad zum lustigen Kneipenabend zu fahren, ist nicht unbedingt eine gute Idee. Denn bei absoluter Fahruntüchtigkeit (ab 1,6 Promille) ist der Führerscheinentzug fast sicher. Auch bei geringeren Mengen Alkohol droht die Strafverfolgung, wenn es zu einem Unfall kommt oder der betrunkene Radfahrer Fahrfehler begeht.

Schilder extra für Radfahrer

Einbahnstraßen sind für Radfahrer freigegeben, wenn sie durch entsprechende Zusatzschilder (Rad mit Pfeilen oder Fahrrad frei) gekennzeichnet sind. Autofahrer müssen sich darauf einstellen, dass ihnen Radler entgegen kommen. Das Schild "Radfahrer absteigen" hat dagegen keine rechtliche Bedeutung. Es ist meist an Baustellen angebracht und soll Bauträger vor einer Haftung schützen.

Hunde und Fahrräder

Hundebesitzer nehmen gerne ihren Hund mit. Paragraph 28 der Straßenverkehrsordnung sagt: "Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden." Alles klar - Katze, Meerschweinchen und Pony werden zuhause gelassen. Wer seinen Hund an die Leine nimmt, sollte aber darauf achten, diese nur lose in die Hand zu nehmen und sie nicht um das Handgelenk zu binden. Das könnte schnell zur gefährlichen Falle werden.

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