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Rache am Ex: Erleichtert sie den Liebeskummer?

Rache am Ex: Erleichtert sie den Liebeskummer?

Viele betrogene Frauen üben Rache am Ex

Ich kenne eine Frau, die hat Rache geübt an ihrem Ex-Freund, der sie fies betrogen und fies belogen hat und dann mit der Rivalin, mit der er sie fies betrogen und fies belogen hat, zusammengezogen ist. Die beiden wollten heiraten.

Der Racheakt war heftig. Die Frau hat ihre beste Freundin eingespannt, die hat den Mann per SMS mit Liebesbotschaften bombardiert, ohne sich zu erkennen zu geben natürlich. Bei der Rivalin hat sie angerufen und gesagt: „Du, der ist ein Schuft. Der betrügt Dich auch. Genauso wie er deine Vorgängerin betrogen hat. Sieh Dich vor!“

So wurde der Keim des Unfriedens gesät. Die Rivalin wurde misstrauisch und misstrauischer und misstrauischer. Es kamen weiterhin verräterische SMS an. Auch eine weitere Freundin hat sich an dem Plan beteiligt und dem Mann SMS geschrieben. Irgendwann hat die Rivalin die Flinte ins Korn geworfen, es gab nur noch Streit über Treue und Untreue, die Beziehung mit dem Mann ging in die Brüche.

Die Rächerin hat sich diebisch gefreut über die Entwicklung der Dinge. Ich frage mich: Hätte ein Mann sich auf diese perfide Weise gerächt? Eher unwahrscheinlich. Rache – das ist eine sehr weibliche Spezialität. Bei einer Gewis-Umfrage gaben 80 Prozent aller Frauen, aber nur 30 Prozent der Männer zu, sich im Leben bereits gerächt zu haben. Wenn, dann reagieren verlassene Männer gern mit Geiz, drehen der Exfrau den Geldhahn zu oder stellen Nacktfotos ins Internet. Frauen ziehen hinterhältige Operationen vor, sie schmieden langfristige Pläne, gehen strategischer und intelligenter vor.

Abgesehen vom moralischen Aspekt, ob man das tun darf als guter Mensch, sich rächen, auch wenn man selbst heftig verletzt wurde, stellt sich hier bei „Liebe leicht gemacht“ die Frage: Hilft das den Frauen wirklich, über den Schmerz hinwegzukommen? Wenn sie sich rächen?Erleichtert Rache?

Rache am Ex - erwünscht, aber bitte nur in der Fantasie!

Psychologen sagen: Nein! Jedenfalls dann nicht, wenn aus Rachefantasien Taten werden. Im Kopf allerdings ist jedwede Rache erlaubt! Und erwünscht. Rachefantasien, so die Hamburger Psychologin Felicia Anders, seien heilsam. Hier arbeite sich die geschundene Seele schon reichlich ab, fange an, sich vom Geliebten zu lösen. Nichts dagegen einzuwenden also, in der Phantasie sämtliche Reifen des bösen Ex-Partners zu zersäbeln oder ihm tote Fische in den Briefkasten zu werfen. Jede dieser Phantasien hilft, dass sich die Wunde schließt, dass man wieder innerlich frei wird.

Die Gefahr bei der tätlichen Rache ist, dass man eben gerade nicht loskommt vom Ex. Im Gegenteil. Nach einer Racheaktion taucht die Idee an eine weitere auf, man verstrickt sich in eine Abhängigkeit, man verliert sich, man gerät in eine Art Wahn.

Wenn Liebesrache zum Dauerprogramm wird, entwertet man überdies im Nachhinein die Beziehung, auch damit tut man sich selbst nichts Gutes. Weil man vor sich selbst als dummes armes Menschlein dasteht, das vor dem Nichts steht, das immer schon ein Nichts war. Und aus dem Nichts nicht wieder rauskommt, weil es an der Vergangenheit klebt.

Viel besser: Abschließen, sich nach anderen Männern umschauen, sich neu verlieben.

Nach dem Motto: Die beste Rache ist immer noch ein glückliches neues Leben!

In dem Sinne: Wenn Euch die Rachegedanken plagen, lasst sie im Kopf und die Kettensäge im Schrank und geht unter Leute! Eure Birgit

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