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Putzen als Schutz gegen Alltags-Stress: Dieser Putztyp ist besonders betroffen

Kontroletti oder Kaschierer: Welcher Putztyp sind Sie?
Kontroletti oder Kaschierer: Welcher Putztyp sind Sie? Studie: Putzen ist viel mehr als Saubermachen! 00:00:18
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Putzen: Von einer lästigen Tätigkeit zu einer psychologischen Überlegenheit

Eine aktuelle Studie zeigt: Die eigenen vier Wände von Staub und Dreck zu befreien ist mehr als eine lästige Aufgabe, die zu unserem Alltag gehört. Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. (IKW) hat repräsentative Untersuchungen durchgeführt und erforscht, was saubermachen, staubsaugen und Co. wirklich fürs uns bedeuten. Unter dem Namen "Die neue Macht des Putzens" präsentiert die tiefenpsychologische Studie ihre Ergebnisse und kategorisiert fünf unterschiedliche Putztypen. Finden auch Sie sich in einem davon wieder?

Die Bedeutung des Putzens

Hausarbeit und damit auch der Hausputz ist Frauensache: Nicht nur diese Annahme hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte revidiert. Jetzt putzt nicht nur das männliche Geschlecht, nein, auch die Bedeutung des Vorgangs, wenn wir Wischer und Eimer in die Hand nehmen, ist zu einer anderen geworden. 

"Das Herstellen von Sauberkeit ist heute so wichtig wie lange nicht mehr", erklärt Studienleiter Jens Lönneker. "Putzen hilft den Menschen, den Alltag besser zu bewältigen und einem Gefühl von Ohnmacht und Überforderung entgegen zu treten. Wir sehen eine neue Macht des Putzens." 

Der IKW erklärt, dass sich heute viele Menschen in ihrem Alltag überlastet und überfordert fühlen. Um sie herum herrscht viel Unsicherheit, sei es im Job oder im Privaten. Ein ständiger Druck wird durch die Umgebung aufgebaut und viele fragen sich - wo geht es hin, werde ich die richtigen Entscheidungen treffen. Doch das eigene Zuhause bietet vor dieser Gefühlsohnmacht und vor der rasenden Umwelt Schutz. 

80 Prozent der Studienteilnehmer bestätigen diese Hypothese. Sie sagen, dass das Zuhause in den letzten Jahren immer wichtiger für sie geworden ist. Und 55 Prozent schildern, dass ein sauberes und ordentliches Heim das Gefühl gibt, den Alltag besser im Griff zu haben, beziehungsweise diesen in den Griff zu bekommen. Das Putzen erfährt daher eine neue Wertschätzung und hat an Bedeutung deutlich zugenommen.

Im Alltag wird viel geputzt
Im Alltag wird viel geputzt Es gibt verschiedene Putztypen 00:01:33
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Fünf Putztypen: Zu welcher Kategorie gehören Sie?

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass wir auf unterschiedliche Weise mit der Macht des Putzens umgehen. Unabhängig von der individuellen Einstellung oder der Herangehensweise an das Staubwedeln und Saubermachen.

  • 35 Prozent der Studienteilnehmer sind Perfektionisten: Jeden Schmutz beseitigen sie sofort nachdem er entstanden ist. Durch das besonders perfektionistische Putzen versuchen sie sich selbst und ihr Leben zu kontrollieren.
  • 24 Prozent erweisen sich als Kaschierer: Für sie sollte der Putzaufwand nicht allzu groß sein, allerdings muss an allen sichtbaren Stellen Ordnung herrschen. Sie demonstrieren durch ihr Putzverhalten, dass sie ihr Leben im Griff haben.
  • 17 Prozent der Teilnehmer werden als Herrscher eingestuft: Ihre Auffassung von Sauberkeit ist die einzig Wahre und keiner kann diese Tätigkeit so gut wie sie übernehmen.
  • 15 Prozent der Befragten sind Lebenskünstler: Sie begegnen dem Thema Putzen mit großer Gelassenheit. Ganz individuell entwickelt dieser Typ Ordnungssysteme für sein eigenes Leben und legt für sich fest, was sauber ist.
  • 10 Prozent zeigen sich als Kontroletti: Eine abgeschwächte Form des Herrschers. Er denkt auch, dass nur seine Definition von Sauberkeit richtig ist. Jedoch zeigt er sich in der Tätigkeit selbst als eine Art Dienender, der die Arbeit übernimmt.


Das Ergebnis der Studie

Bernd Glassl, Bereichsleiter Haushaltspflege beim IKW, sagt zu den Ergebnissen der Studie: "Wir wollten erfahren, was sich in den vergangenen 20 Jahren an den Einstellungen gegenüber Putzen und Haushaltspflege verändert hat. Es ist bemerkenswert, dass das Putzen inzwischen nicht mehr ausschließlich dem eigentlichen Zweck dient, wie damals noch - also dem Saubermachen, Putzen - darüber hinaus gibt es heute vielen Menschen Sicherheit und hilft ihnen, den Alltag besser zu bewältigen."

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