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Psychopathen und Sadisten bevorzugen bittere Lebensmittel

Psychopathen und Sadisten bevorzugen bittere Lebensmittel
Forscher der Universität Innsbruck haben im Rahmen einer Studie einen Zusammenhang zwischen den Geschmacksvorlieben und der Persönlichkeit nachgewiesen. © picture alliance / Bildagentur-o, Bildagentur-online/Tetra-Images

Dunkle Charaktere mögen eher bittere Nahrungsmittel

Du bist, was Du isst?! Forscher der Universität Innsbruck haben nun in einer Studie nachgewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen den geschmacklichen Vorlieben und dem Charakter eines Menschen besteht. Demnach weisen Menschen, die gern bittere Lebensmittel wie schwarzen Kaffee, Artischocken oder Gin Tonic zu sich nehmen, psychopathische und sadistische Züge auf.

Für die Studie haben zunächst 500 Frauen und Männer eine Reihe von Lebensmitteln danach bewertet, ob sie ihnen schmecken oder nicht. Dabei konnten sie zwischen insgesamt sechs Abstufungen wählen - von ‚mag ich gar nicht‘ bis ‚mag ich sehr‘. Auf der Liste standen insgesamt 40 süße, salzige, saure und bittere Lebensmittel in jeweils gleicher Anzahl.

Im Anschluss mussten die Studienteilnehmer vier verschiedene Fragebögen zu ihrer Persönlichkeit ausfüllen. Darin wurden sie beispielsweise danach befragt, wie hoch ihr Aggressionspotenzial ist. Dazu mussten sie Aussagen wie die folgende bestätigen oder verneinen: "Genügend provoziert, könnte ich jemanden schlagen." In einem anderen Test befragten die Forscher um Christina Sagioglou die Probanden nach Persönlichkeitsmerkmalen, die ein Streben nach Macht (Machiavellismus) anzeigen. Zudem wurde anhand verschiedener Fragen die Fähigkeit, Mitgefühl oder ein schlechtes Gewissen beispielsweise zu empfinden, überprüft.

Bei der Unfähigkeit dazu und mangelnder sozialer Verantwortung sprechen Wissenschaftler von Psychopathie. Auch die Neigung zu Narzissmus wurde in diesem zweiten Fragebogen ermittelt. Im dritten Fragebogen wurden Charaktereigenschaften wie Gewissenhaftigkeit, Offenheit, Traurigkeit oder Ängstlichkeit abgefragt. Und im letzten und vierten Fragebogen schließlich ging es um den Hang zu Alltagssadismus, das heißt zur Demütigung und Misshandlung anderer im Alltag.

Erklärung für das Phänomen steht noch aus

Die größte Korrelation fanden die Forscher zwischen der Vorliebe für bitter schmeckende Lebensmittel und dem Hang zu Alltagssadismus. In der Fachzeitschrift ‚Appetite‘ fassen die Forscher das Ergebnis folgendermaßen zusammen: „Eine generelle Vorliebe für bitteren Geschmack zeigte sich als verlässlicher Vorhersager für Machiavellismus, Psychopathie, Narzissmus und Alltagssadismus.“. Menschen, die anhand der Fragebögen eher als verträglich eingestuft wurden, mochten bittere Lebensmittel auffallend oft nicht. In einem zweiten Versuch mit insgesamt 450 Versuchsteilnehmern wurde das Ergebnis bestätigt.

Die Erklärung dafür, warum Menschen mit diesen Persönlichkeitszügen bittere Lebensmittel mögen, haben die Forscher (noch) nicht. Fakt aber ist: Viele Lebensmittel, die für uns giftig sind, schmecken bitter. Damit warnt uns die Natur davor, diese zu essen. Die Forscher vermuten, dass Menschen mit einer Neigung zum Sadismus eine Art Kick empfinden, wenn sie diese Lebensmittel essen. Gleichzeitig geben die Forscher aber auch Entwarnung: Nicht jeder, der gerne Kaffee trinke, sei automatisch ein Sadist oder Psychopath. In dem Test wurden nämlich nur bestimmte Persönlichkeitsmerkmale abgefragt. Zudem erfolgte die Bewertung der Ergebnisse anhand der eigenen Einschätzung der Studienteilnehmer.

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