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PSA-Test: Früherkennung von Prostatakrebs

Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs
Mithilfe des PSA-Tests kann Prostatakrebs frühzeitig erkannt werden. Im Frühstadium ist diese Krebsart noch sehr gut heilbar. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Lehtikuva Marja Airio

Prostatakrebs: Der Umstrittener PSA-Test kann Leben retten

Jedes Jahr erkranken etwa 64.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs. Trotzdem ist diese Krebsart für die meisten Männer noch immer ein Tabuthema.

Dabei ist es gerade bei Prostatakrebs von entscheidender Bedeutung, den Tumor so früh wie möglich zu erkennen. Denn im Frühstadium ist er noch sehr gut heilbar. Verursacht der Tumor aber bereits Beschwerden, hat er sich schon im Körper verbreitet. In den meisten Fällen kommt die Behandlung dann schon zu spät. Um dieses Risiko zu minimieren gibt es eine Vorsorgeuntersuchung, den PSA-Test. Dieser ist bei Experten nicht unumstritten.

Was ist der PSA-Test?

Beim PSA-Test wird das Blut auf das prostataspezifische Antigen (PSA) hin untersucht. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das von Zellen der Prostata gebildet wird. Das PSA tritt in kleinen Mengen ins Blut über und lässt sich so mit einem einfachen Labortest nachweisen.

Ab wann ist ein PSA-Wert gefährlich?

Der Normalwert liegt bei gesunden Männern zwischen null bis maximal vier Milliardstel-Gramm (Nanogramm, ng) pro Milliliter Blut. Bei Werten über vier Nanogramm pro Milliliter Blut ist ein Krebsverdacht möglich und weitere Untersuchungen nötig. Ärzte empfehlen in diesem Fall eine sogenannte Biopsie. Die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata ist die derzeit einzig verlässliche Methode zum Nachweis eines Karzinoms (bösartiger Tumor).

Warum bedeutet ein erhöhter Wert nicht gleich Krebs?

Auch eine gutartige Vergrößerung oder Entzündung der Prostata sowie Blase kann zu einem erhöhten PSA-Wert führen. Zudem sollten vor der Blutabnahme körperliche Anstrengung, Geschlechtsverkehr und Druck auf die Prostata wie etwa beim Fahrradfahren vermieden werden. Deshalb darf nach einer Tastuntersuchung der Prostata, kein Blut für einen PSA-Test entnommen werden.

Ist der Test ein Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Deutschland?

Die Untersuchung einer Blutprobe auf das prostataspezifische Antigen ist kein Bestandteil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms. Gesunde Männer haben also keinen Anspruch darauf, dass ihre Krankenversicherung die Kosten für einen PSA-Test übernimmt. Diese übernimmt nur einmal jährlich die Kosten für eine Abtastung der Prostata bei Männern ab 45 Jahren.

15 bis 45 Euro kostet ein Test beim Urologen

Warum ist der PSA-Test so umstritten?

Der Nutzen dieser Krebsfrüherkennungsuntersuchung ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Einige Krebsexperten warnen davor, zu früh von einer Krebserkrankung zu erfahren. Denn bloß bei zehn Prozent der Betroffenen bilden sich Symptome eines Prostatakarzinoms (z.B. Blut im Urin und Probleme beim Wasserlassen) und nur drei Prozent sterben daran. Bei den wenigsten führt der Tumor also zu Beschwerden oder gar dem Tod. Nach Ansicht von Krebsexperten, würde der Großteil beim Wissen über seine Krebserkrankung unter psychischen und körperlichen Belastungen leiden.

Wer sollte einen PSA-Test machen?

Männer sollten die Untersuchung etwa ab 40 Jahren machen – vorher tritt ein Prostatakarzinom praktisch nie auf.

Wer ist besonders gefährdet?

Für Männer mit Prostatakrebs in der Familie oder mit afroamerikanischer Herkunft besteht möglicherweise ein höheres Erkrankungsrisiko.

Warum wird die Vorsoge immer wichtiger?

Bis zum Jahr 2050 wird der Anteil der über 60-Jährigen in der Bevölkerung voraussichtlich auf ca. 28 Millionen Männer anwachsen und damit doppelt so hoch sein wie heute. Im gleichen Umfang ist eine Zunahme der Prostatakrebserkrankungen zu erwarten.

PSA-Test machen: Ja oder nein?

Grundsätzlich sollten Männer ab 45 Jahren jährlich ihre Prostata überprüfen lassen. Dafür ist der PSA-Test besser geeignet als die herkömmliche von der Krankenversicherung übernommene Tastuntersuchung. Denn mit der Tastuntersuchung lassen sich nur oberflächlich gelegene Tumore erkennen, die schon eine gewisse Größe erreicht haben. Wohingegen erhöhte PSA-Werte im Blut frühzeitig auf eine mögliche Prostatakrebserkrankung hinweisen. Für 15 bis 45 Euro kann die Untersuchung bei jedem Urologen gemacht werden.

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