Privatpornos: Warum filmen sich Paare beim Sex?

Haben auch Sie schon ein privates Sexvideo gedreht? Und die Folgen bedacht?
Haben auch Sie schon ein privates Sexvideo gedreht? Und die Folgen bedacht? © Yuri Arcurs - Fotolia

Privatpornos reizen immer mehr Paare

Jetzt gibt es angeblich auch einen Sex-Film mit der sechsfachen Grammy-Gewinnerin Adele. Damit steht sie allerdings nicht allein da: Im Internet boomen die Amateurfilm-Seiten mit privaten Pornovideos.

Von Jutta Rogge-Strang

Sie hat sechs Grammys gewonnen, danach ihre Fans mit einer Pausen-Ankündigung geschockt, und jetzt gibt es angeblich ein Sexvideo von ihr: Die britische Sängerin Adele Adkins (23) will nun gegen eine französische Zeitschrift vor Gericht ziehen, die ein Foto von ihr veröffentlicht hat, das Adele in einem privaten Sexfilm zeigt. "Üble Nachrede", schimpfte die Sängerin und hat nun ihre Anwälte eingeschaltet. Dabei würde sie sich in "bester Gesellschaft" befinden.

Privatpornos scheinen den Promis zu liegen

Schon die Mutter aller Promi-Schlampen, Paris Hilton, hat mit ihrem Sexfilmchen immense Bekanntheit erlangt. Allerdings geschah das eher unfreiwillig: Nachdem Paris' Ex-Freund Rick Salomon das Video mit seiner schon ziemlich berühmten Ex ins Netz gestellt hatte, entwickelte sich der Film zu einem der bekanntesten Pornofilme weltweit. Aufgrund der großen Nachfrage verkaufte Salomon den Film als DVD unter dem Titel "1 Night in Paris" und machte einen Riesen-Umsatz. Auch Paris Hiltons Bekanntheitsgrad schnellte in die Höhe. Trotz einer Klage konnte Paris die Verbreitung des Films jedoch nicht unterbinden.

Auch Reality-Star Kim Kardashian konnte mit Fotos aus einem privaten Sex-Video ihre Bekanntheit enorm steigern: Vor Gericht erstritt sie sich jedoch einen Schadenersatz von 3,9 Millionen Euro - die gesteigerte Prominenz kam umsonst obendrauf. Busen-Star Pam Anderson ließ sich während der Flitterwochen mit Rocker Tommy Lee auf einer Jacht filmisch begleiten. Und als Dschungel-Camperin Radost Bokel ahnungslos aus dem australischen Dschungel kam, überraschte sie ihr eigener Sex-Film auf einer Internet-Seite. Aber nicht nur die Damen peppen ihre Karriere (unfreiwillig) mit privaten Filmen auf: Schauspieler Colin Farrell filmte sich selbst beim Sex mit seiner Freundin - und der Rest der Welt nahm daran teil.

Spaß und böses Erwachen bei Privatpornos

Auch nicht-prominente Paare räkeln sich zunehmend vor der ganz privaten Kamera und stellen ihre Sex-Videos ins Netz. Im Internet finden sich unzählige Seiten, auf denen Amateure ihre Filme einstellen können. Dabei geht es gar nicht mal um einen finanziellen Gewinn. Der Kick, dass Fremde einen Blick ins eigene Schlafzimmer tun, ist erregend und gefährlich zugleich. Dabei bleibt nur die Hoffnung, dass gerade die eigenen Nachbarn nicht auf diese Filme stoßen. Und wenn, bleibt die Gewissheit, dass gerade diese Nachbarn, die sich solche Filme anschauen, ja auch irgendwie darauf stehen. Wie sich das in der Praxis gestaltet, mag man sich trotzdem gar nicht vorstellen.

Ob beim Bäcker ungefragt ein Baguette angeboten wird, im Supermarkt die Gurken oder auf dem Markt die Zucchini - die Möglichkeiten, auf das ganz private Sexleben anzuspielen, sind vielfältig. Egal, mag man sich denken, ich stehe zu meinem Sexleben. Aber ist es vielleicht wie mit Tattoos? Erst sind sie toll und cool, nach ein paar Jahren aber nur noch billig.

Das Problem beim öffentlichen Sex im Internet ist jedoch, dass das Netz nichts vergisst. Wenn man als junges Paar im Überschwang der Hormone voller Begeisterung die Welt am Schlafzimmer-Sport teilhaben lassen will, ist das eine Sache. Aber wenn der Ex nach Jahren wieder das Video rauskramt und einem unter die Nase hält, gefällt das möglicherweise weder dem Chef noch dem neuen Mann oder den Kindern. Auch die Promis waren mal jung und verliebt und vor allem: unbekannt. Dass sich das eines Tages ändert, konnten sie damals noch nicht ahnen. Und dass sich das Interesse an den eigenen Privatpornos millionenfach steigern könnte, wohl auch nicht. Meist werden die Filme ja eher vom Ex-Lover eingestellt, der damit einen prima Nebenverdienst hat. Daher gilt auch in jungen Jahren: Erst denken, dann drehen!

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