Primark wehrt sich gegen Vorwürfe und spricht von einem "Streich"

Primark wehrt sich gegen Vorwürfe und spricht von einem "Streich"
Der Billig-Modehändler Primark ist nicht zum ersten Mal in die Schlagzeilen geraten. Nun rechtfertigt sich das Unternehmen und spricht von einem "Streich". © dpa, Henning Kaiser

Hilferufe in Billig-Kleidung von Primark gefälscht?

Die Billig-Modekette Primark wehrt sich gegen Vorwürfe wegen angeblich in Kleidung eingenähter Arbeiter-Hilferufe. Zwei der vor einigen Tagen aufgetauchten Etiketten seien sehr wahrscheinlich gefälscht. Das teilte Primark in Irland mit. Ein weiterer Fall werde noch geprüft.

Die beiden im walisischen Swansea entdeckten Zettel seien eindeutig gleicher Herkunft, obwohl das eine Kleidungsstück in Rumänien, das andere in Indien hergestellt worden sei. Beide seien aber 2013 in derselben Filiale verkauft worden. Im gleichen Jahr habe es in Swansea eine Kunstaktion mit solchen Etiketten gegeben, bei der Besucher ermutigt worden seien, sie in Kleidung einzunähen, hieß es weiter. Wie die „South Wales Evening Post“ berichtet, hatte eine Kunststudentin ähnliche Zettel für ein Austauschprojekt mit einer chinesischen Universität hergestellt.

Die Untersuchung des Vorfalls habe Primark zu der Schlussfolgerung geführt, dass es sich wahrscheinlich um einen „Streich“ handele. Eine weitere Mitteilung, die in Nordirland aufgetaucht war, werde noch untersucht, hieß es am Freitag weiter. Ermittelt werde dazu in Großbritannien und in China.

Zettel hatten "erniedrigende Arbeitsbedingungen" angeprangert

Von den Hilferufen, die in Kleider und Hosen eingenäht waren, hatten mehrere Kunden berichtet. „Forced to work exhausting hours“ (zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen) stand auf einem Zettel, „Degrading working conditions“ (erniedrigende Arbeitsbedingungen) auf einem anderen. In Nordirland soll eine Botschaft zusammen mit einem Gefangenenausweis aus einem chinesischen Arbeitslager vernäht worden sein, in der von unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen berichtet wird.

Primark betonte erneut, dass sich das Unternehmen für gute Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern einsetze. 2013 hat die Handelskette nach eigenen Angaben mehr als 2000 Fabrikinspektionen durchführen lassen. Primark war im April 2013 massiv in die Kritik geraten, als in Bangladesch eine Textilfabrik einstürzte, die auch für Primark produzierte. Dabei starben mehr als 1.100 Menschen.

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