Primark-Protest: Kritiker sind gegen "Fast Fashion"

Demonstranten fordern: "Tauschen statt Kaufen"

Der Billig-Laden Primark spaltet die Nation. Die einen sind ganz begeistert von den billigen Preisen und der großen Auswahl. Die anderen lassen ihrem Ärger freien Lauf - nicht zuletzt wegen der angeblichen Hilferufschilder, die in Kleidungsstücken des Textildiscounters entdeckt wurden. Die Billig-Modekette Primark wehrt sich gegen die Vorwürfe und hält am Erfolgskonzept fest. Das nennt sich "Fast Fashion": Ständig neue, schicke Klamotten anbieten. Und das ruft die Kritiker auf den Plan.

Primark-Kritiker sind gegen Fast Fashion
Primark-Kritiker sind gegen das Konzept 'Fast Fashion'. Sie fordern eine Veränderung des Kerngeschäfts. © dpa, Britta Pedersen

Wolfgang Krogmann von Primark erklärt, was sich hinter dem Geschäftsmodell genau verbirgt: "Wir haben keine klassischen Kollektionen mehr. Wir haben laufende Wareneingänge. Unser Geschäftsmodell ist so, dass permanent etwas Neues reinkommt." Doch was gut für die Kunden ist, ist schlecht für die Menschen, die die Kleidung herstellen. Beklagt werden neben Überstunden und hohem Stücksoll vor allem der Lohn, von dem die Textilarbeiter nicht leben können. Berndt Hinzmann von der Entwicklungsorganisation INKOTA schlägt daher vor: "Primark muss im Kerngeschäft etwas verändern, sodass es eben nicht mehr 'Fast Fashion' bedeutet." Denn nur so würden sich die Bedingungen für die Hersteller ändern, argumentieren sie. Daher schlagen die Demonstranten vor: Die Kunden sollen sich öfter mal zum Kleidertausch treffen statt in einen Kaufrausch zu geraten. So würde man noch mehr Geld sparen.

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