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Primäre Lymphödeme - Schwangere wacht mit einem geschwollenen Bein auf

"Am nächsten Morgen hatte ich ein riesiges Bein"
"Am nächsten Morgen hatte ich ein riesiges Bein" Schwangeres Ex-Model leidet an Lymphödemen 00:00:47
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Primäre Lymphödeme: Das linke Bein war doppelt so groß wie das rechte

Die schwangere Sarah Buller wachte eines Morgens auf und wusste kaum wie ihr geschah: Ihr linkes Bein war plötzlich doppelt so groß wie ihr rechtes. Ärzte fanden heraus, dass sie an primären Lymphödemen leidet. Ausgelöst wurden die Lymphödeme durch ihre erste Schwangerschaft.

Primäre Lymphödeme - Schwangere wacht mit Schwellungen am Bein auf
Ihr linkes Bein wurde doppelt so dick wie ihr rechtes. © Caters News Agency

Es muss ein Schock für das Ex-Model gewesen sein: "Am Abend ging ich zu Bett mit zwei normalen Beinen und am nächsten Morgen wachte ich auf und hatte ein riesiges Bein im Vergleich zu meinem anderen", erklärt die 31-Jährige dem britischen Magazin 'Daily Mail'. "Aber je dicker mein Bauch wurde, desto dicker wurde auch mein Bein und es ging einfach nicht wieder zurück."

"Ich war so schockiert, aber die Ärzte machten Tests, doch es gab kein Ergebnis, deshalb hofften wir alle, dass die Schwellung zurückgehen würde, wenn ich das Kind zur Welt brachte." Doch die Schwellungen in ihrem Bein gingen nicht zurück.

Als ihr erstes Kind dann zur Welt kam, diagnostizierten die Ärzte, dass es sich bei ihr um primäre Lymphödeme handelt. Das angeschwollene Bein ist das Ergebnis eines geschädigten lymphatischen Systems, dass Flüssigkeit im Gewebe nicht abfließen und anschwellen lässt. Im Gegensatz zu den sekundären Lymphödemen, sind die primären eine angeborene Schädigung des Lymphsystems. Besonders häufig treten sie bei Frauen und vor allem an den Beinen auf.

Bei ihrer zweiten Schwangerschaft wurde es nur noch schlimmer. Dann diagnostizierten die Ärzte bei ihr Lymphödeme im zweiten Stadium.

Um der Schwellung entgegen zu arbeiten, bandagierte sie ihre Beine, benutzte Kompressionsstrümpfe und versuchte die überschüssige Flüssigkeit durch Massagen loszuwerden.

Die Schwellungen wurden immer schlimmer

Als dies alles nichts half, unterzog sie sich einer Operation. Weil die Operation zu kostspielig für die 31-Jährige war, musste sie erst ihr Auto verkaufen, um sie sich zu leisten. Aber das lohnte sich: Bei dem Eingriff wurden Lymphknoten aus ihren Achselhöhlen in ihr Bein eingesetzt. Sie selbst sagte, nach der Operation habe es zwar etwas gedauert, bis der Effekt zu sehen war, aber sie nehme schon Veränderungen wahr.

Obwohl es keine komplette Heilung gibt, ist Sarah gefestigt in ihrem Willen anderen zu helfen: „Ich war es satt mich wie eine alte Frau zu fühlen und dann las ich über andere Menschen, die sich deshalb schlecht fühlten und ich realisierte, dass jede Person in dieser Verfassung sich immer noch schön fühlen sollte.“ Mit dieser Message richtet sich Sarah Buller an die Leser ihres Blogs.

Sie möchte damit auf die Krankheit aufmerksam machen, auf Behandlungsmethoden hinweisen und anderen Leidgenossen zeigen, wie sie damit zurechtkommen können. Denn sie weiß, wovon sie spricht: Neben all den Schwellungen sei es einer der schwersten Herausforderungen gewesen, mit ihrem eigenen Selbstwertgefühl klar zu kommen. "Ich gebe nie auf", so Sarah. Eine wirklich starke Frau!

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