Presswehen: Das passiert in der Endphase der Geburt

Die Presswehen läuten die letzte Phase einer Schwangerschaft ein.
Eine Geburtsvorbereitung kann helfen, die Geburtswehen leichter zu ertragen.

Bei den Presswehen in der Endphase der Geburt passiert folgendes

Neun Monate haben Sie Ihr Kind in sich getragen und nun geht es in schnellen Schritten dem Ende der Schwangerschaft entgegen. Ganz am Schluss wartet nochmal eine besondere Herausforderung auf Sie: die Presswehen. Was genau dabei passiert und was Sie bei Presswehen unterstützend tun können, verraten wir Ihnen hier.

Was passiert bei Presswehen?

Presswehen sind Teil der Austreibungsphase und folgen auf die Senkwehen. Sie setzen am Ende der Geburt ein und zwar dann, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist. Bei der Frage „Wie fühlen sich Wehen an?“ kann man in Bezug auf Presswehen werdenden Müttern nur wenig beruhigend sagen, dass sie die stärksten und kraftraubendsten Wehen in der gesamten Schwangerschaft sind.

Die Presswehen haben den Sinn, die Bauch- und Gebärmuttermuskulatur zu aktivieren. Die Folge: Das Kind wird so peu à peu durch den Geburtskanal geschoben. Schwangere empfinden dabei einen enormen Druck auf den Enddarm, was den Pressdrang automatisch auslöst.

Wie viele Presswehen nötig sind, bis das Kind auf der Welt ist, ist sehr individuell. Die Spanne kann von keiner einzigen – was jedoch sehr selten vorkommt – bis hin zu stundenlangen Presswehen gehen, bis die Geburt geschafft ist.

Wehen: Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren?
Wehen: Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren? Ab in die Klinik 00:02:04
00:00 | 00:02:04

Bei Presswehen aktiv mitarbeiten

Stecken Sie mitten in den Presswehen, können und sollten Sie als werdende Mutter aktiv mithelfen, dass Ihr Kind möglichst schnell zur Welt kommt. Die Hebamme wird Ihnen sagen, wann Ihre Mithilfe gefragt ist. Dabei halten Sie dann den Atem an und pressen zehn bis 20 Sekunden in Richtung Ihres Enddarms. Nach einer Atempause, in der Sie ein bisschen Zeit haben, Ihre Energie erneut zu bündeln, folgt die nächste Einheit.

Es ist völlig normal, dass bei derart anstrengendem Pressen Urin und Stuhlgang abgehen. Sollte Ihnen das unangenehm sein, fragen Sie im Vorfeld Ihre Hebamme, ob Sie einen Einlauf vor der Geburt bekommen können. Manche Frauen haben danach das Gefühl, sich besser auf die Geburt und die Presswehen konzentrieren zu können, ganz ohne gehemmt zu sein.

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn das Köpfchen Ihres Kindes zwischen den Presswehen wieder ein wenig im Scheideneingang verschwindet. Das passiert vor allem bei der ersten Geburt und ist völlig normal. Es ist sogar gut, denn so wird das Gewebe zwischen Scheide und After nicht auf einen Ruck strapaziert, sondern langsam gedehnt.

Anzeige