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Präventionsmaßnahmen für Frauen: Frauenkrankheiten vorbeugen

Frauenkrankheiten vorbeugen, Risiken vermeiden

So können Sie Frauenkrankheiten vorbeugen

Oft heißt es, Männer würden häufiger von Krankheiten geplagt und seien anfälliger als Frauen. Doch darauf darf 'frau' nicht bauen. Es gilt, eine ebenso gute Krankheitsvorsorge zu treffen, wie Männer das tun müssen.

Viele Mythen ranken sich um die Gesundheit der Frau. Natürlich stimmt es, dass Frauen im Schnitt älter werden als Männer, das bedeutet aber nicht, dass sie weniger krankheitsanfällig sind. Immer noch sind beispielsweise rund 75 Prozent der Verkehrstoten männlich. Todesfälle nach Gewalteinwirkung sind auch eine männliche Domäne, Selbstmord wird zu mehr als 75 Prozent von Männern begangen. Auch vom Tod durch Alkoholmissbrauch sind Männer in besonderem Maße betroffen. All diese Faktoren schrauben das Durchschnittsalter der Männer natürlich herunter.

Frauen müssen also ebenso wachsam sein, was ihre Gesundheit betrifft - und am besten kann man vorbeugen, wenn man weiß, wo die typischen Riskiken für die Frauengesundheit liegen.

Risiko 1:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Im Schnitt stirbt fast die Hälfte aller Frauen einen Tod, der durch Herz-Kreislauf-Probleme verursacht wurde. In manchen Jahren sogar mehr als die Hälfte. Dabei ist es gar nicht so schwer, das Herz-Kreislauf-System zu schützen, zu stärken und zu stabilisieren.

Die Tipps:

Rauchen ist ganz schlecht. Gefährdet sind Menschen mit hohem Cholesterinwert und hohem Blutdruck. Eine leichte Hypertonie bekommen Sie auch ohne Medikamente in den Griff, wenn Sie Ihr Gewicht reduzieren, körperliche Aktivität zeigen und salzarme, vitaminreiche Nahrung zu sich nehmen. Durch den Verzicht auf Alkohol und Rauchen und durch Vermeidung von Stress, lassen sich weitere Risikofaktoren für Gefäßschädigungen verringern. Suchen Sie regelmäßig Ihren Hausarzt zu einem Check auf. Einfache Möglichkeiten, die Bewegung zu steigern, sind zum Beispiel Treppen statt Aufzüge zu benutzen -oder lassen Sie das Auto für Kurzstrecken stehen. Kaffee und Tee in geringen Mengen steigern Ihren Blutdruck übrigens nicht.

Gesundheitsrisiken vermeiden

Risiko 2:

Schlaganfall: Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Frauen weniger gefährdet seien als Männer. Richtig ist: Männer erleiden zwar häufiger einen Schlaganfall, doch die Wahrscheinlichkeit, daran zu sterben, ist bei Frauen eineinhalb Mal so hoch.

Die Tipps:

Die Prävention eines Schlaganfalls - auch Apoplex oder Hirninfarkt genannt - ist möglich, in dem man durch eine bewusste Lebensführung sein persönliches Risiko in einem gewissen Maß verringert. Die meisten Menschen trifft es in einem Alter zwischen 70 und 75 Jahren. Ein entscheidender Faktor, einen Schlaganfall zu erleiden, ist Bluthochdruck. Daher gelten die oben genannten Maßnahmen in gleichem Maße für den Schlaganfall. Menschen mit Bluthochdruck sind 3 - 4 Mal so gefährdet, einen Apoplex zu erleiden als andere.

Früherkennung ist immer wichtig

Präventionsmaßnahmen für Frauen: Frauenkrankheiten vorbeugen
© dpa, C3336 Klaus Rose

Risiko 3:

Brustkrebs - Die häufigste Art einer Krebserkrankung bei deutschen Frauen ist nach wie vor der Brustkrebs. Knapp 60.000 Frauen erkranken pro Jahr. Im Schnitt sind die erkrankten Frauen 64 Jahre alt, 40 Prozent sind jünger als 60.

Die Tipps:

Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren sind berechtigt, ein Screening durchführen zu lassen. Versicherte erhalten alle zwei Jahre eine Enladung. Für Frauen zwischen 30 und 49 Jahren und für Frauen über 70 gibt es das Angebot jährlicher Untersuchungen durch den Frauenarzt. Im Rahmen dieser Untersuchung soll der Arzt außerdem zur Selbstuntersuchung der Brust anleiten, so die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland. Wichtig ist, dass alle Frauen wissen, wie sie ihre Brust nach Gewebeknötchen oder Veränderungen abtasten sollen. Dabei hilft der Frauenarzt.

So läuft eine Tastuntersuchung: Bei der Früherkennung achtet der Arzt auf den Zustand der Brusthaut und der Brustwarze und vergleicht die Größe und das Aussehen beider Brüste. Zur Untersuchung tastet er Brust und Brustwarze und die Lymphknoten bis unter die Achsel und das Schlüsselbein ab. Dabei liegt die untersuchte Frau einmal, einmal sitzt oder steht sie und hebt die Arme über den Kopf.

Darüberhinaus empfehlen Ärzte gesunde Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Zigarettenkonsum und Übergewicht.

Risiko 4:

Lungenerkrankungen - Klar, als erstes fallen einem die Raucher ein, die sich sinnloserweise ihren Weg in die Lungen teeren. Zwar rauchen immer noch mehr Männer als Frauen, doch in den letzten Jahren gibt es einen beängstigenden Trend: Besonders weibliche Jugendliche greifen zunehmend zur Zigarette. Der Anteil von rauchenden Frauen ist in den Industrieländern nach wie vor hoch. In Deutschland ist die Zahl rauchender Frauen in den letzten acht Jahren angestiegen, besonders in den neuen Bundesländern. Und während bei Männern die Anzahl der Lungenerkrankungen abnimmt, steigt sie bei Frauen. 1998 starben in Deutschland anderthalbmal so viele Frauen an Krebs der Atmungsorgane wie noch 1980 - alarmierende Zahlen trotz der massiven Kampagne gegen die Glimmstängel. Und: Immer noch sind die Heilungschancen bei Lungenkrebs relativ schlecht. Lungenkrebs ist verantwortlich für jeden fünften Todesfall von Krebspatientinnen. In Deutschland sterben jedes Jahr 10.000 Frauen daran. Alarmierend die Zahl der Raucher unter den von Krebs befallenen Menschen: 90 Prozent der Lungenkrebsfälle werden durch Rauchen verursacht.

Die Tipps:

Es gibt hier nur den einen, ultimativen Tipp: Lassen Sie das Rauchen sein. Damit verringern Sie nicht nur das Risiko einer Lungenerkrankung, sondern Sie bekämpfen damit auch Bluthochdruck, Herzerkrankungen und beugen Schlaganfällen vor. Rauchen macht einfach keinen Sinn, auch wenn es Ihnen möglicherweise Spaß macht.

Hier noch ein paar Fakten über Frauen und Rauchen, um die Gefahr nochmals zu verdeutlichen:

- Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist bei Raucherinnen achtmal so hoch wie bei Nichtraucherinnen.

- Laut einer dänischen Studie verdoppeln bei Frauen bereits drei Zigaretten täglich das Risiko eines Herzinfarktes. Bei Männern sind es sechs.

- Auch schwaches Rauchen fördert die Entstehung von Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Frauen leiden deutlich häufiger an den typischen Rauchersymptomen: Husten, Atemgeräusche, Atemlosigkeit und Asthma.

- Rauchen beeinträchtigt die Fruchtbarkeit (Quelle: www.frauenaerzte-im-netz.de).

Nutzen Sie die Angebote der Krankenkassen

Risiko 5:

Krankheiten des Verdauungssystems - Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsform bei Frauen nach Brustkrebs. Schlechte Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, Fettleibigkeit und mangelnde Bewegung lassen das Risiko für Darmkrebs steigen. Nicht wenige Experten halten Dickdarmkrebs für eine Zivilisationserkrankung. Damit würde der Krebs hauptsächlich als Folge unserer westlichen Lebensgewohnheiten entstehen.

Die Tipps:

Der Verzehr von zu viel rotem Fleisch (also kein Geflügel) ist schädlich und steigert das Risiko genau wie der Mangel an Obst, Gemüse und Ballaststoffen. Vollkornbrot, Kartoffeln, sonstiges Gemüse gehören auf den Speiseplan. Broccoli, Paprika und Tomaten sind gut. Wer sich fettarm ernährt, verringert auch das Risiko einer Darmerkrankung. Ab dem 45. Geburtstag zahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine jährliche Dickdarm- und Rektumuntersuchung. Auch wenn diese unangenehm ist, empfiehlt es sich sehr sie zu machen. Wenn ein familiäres Risiko bekannt ist, übernehmen die Kassen auch die Kosten einer Darmspiegelung im jüngeren Alter. Regelmäßige Bewegung und ausreichende Ruhephasen nach Anstrengungen und Stress. Bewegung fördert auch die Verdauung und eine regelmäßige Darmentleerung.

Risiko 6:

Eierstockkrebs - Diese Art von Krebs gilt als leiser Killer und ist besonders heimtückisch. Man bemerkt die Symptome oft erst, wenn es schon zu spät ist. Es trifft etwa jede 70. Frau. Immer noch wird Eierstockkrebs meist zufällig entdeckt. Etwas häufiger erkranken kinderlose Frauen. Auch bei Frauen, die eine Operation wegen Brustkrebs, Darmkrebs oder Gebärmutterkörperkrebs hinter sich haben, ist das Risiko für die Entstehung eines Eierstockkrebses etwas erhöht.

Die Tipps:

Frauen, die die Pille zur Empfängnisverhütung benutzten und nach einer Schwangerschaft stillen, haben ein geringeres Risiko. Je länger die Pille genommen wurde, desto größer ist die Risikoreduktion. Warnsignale können eine Zunahme des Bauchumfanges, Verdauungsstörungen oder ungewollte Gewichtsabnahme sein.

Risiko 7:

Nierenerkrankungen - Oftmals entwickelt sich eine Nierenerkrankung schleichend und wird erst spät entdeckt. Die Erkennung beim Arzt ist aber meist recht einfach. Gehen Sie in regelmäßigen zu einem Nephrologen, vor allem bei familiärer Vorbelastung. Früherkennung ist extrem wichtig, zögern Sie deshalb bei Beschwerden beim Urinieren beispielsweise nicht und lassen Sie sich checken.

Die Tipps:

Vermeiden Sie Übergewicht, halten Sie Ihren Blutdruck unter Kontrolle, achten Sie auf angepasste Ernährung, vermeiden Sie Kochsalz, verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen, achten Sie auf regelmäßige Bewegung, achten Sie auf Ruhepausen und Entspannung.

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