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Potzblitz: Tödliche Gefahr aus den Wolken

Gewitter mit Blitz und das richtige Verhalten dabei
Was ist zu tun, wenn Blitz und Donner einen plötzlich überraschen? © dpa, Julian Stratenschulte

Faraday’scher Käfig

Ein Blitz kann mit einer Kraft von bis zu einer Milliarde Volt einschlagen. Zum Vergleich: Eine Steckdose hat 230 Volt! Der Blitz ist in etwa einen Kilometer entfernt, wenn der Abstand zwischen Blitz und Donner nicht mehr als drei Sekunden misst. Jetzt sollte man sich schnell einen Unterschlupf suchen. Allerdings nicht unter Bäumen. In einem Gebäude, aber auch in einem Auto, ist man wirklich sicher. Durch die Metallkarosserie des Fahrzeugs ist den Insassen ein optimaler Schutz geboten, da der Blitzstrom über die Außenhülle des Wagens abgeleitet wird, dann wird vom ‚Faraday'schen Käfig’ gesprochen. Wir verraten Ihnen, welches Verhalten bei Gewitter noch richtig ist.

Perfekte Stellung

Bloß nicht sich flach auf den Boden legen. Richtig ist, in die Hocke gehen, die Beine eng zusammenstellen und mit Armen umklammern. Je breitbeiniger man steht, desto höher ist das Risiko auf schwere Verletzungen und vorübergehender Lähmung.

Bloß keinen Schirm benutzen

Metall ist ein hervorragender Stromleiter. Wer sich auf einem freien Feld aufhält, sollte sich vom Regenschirm lieber verabschieden. Auch Fahrrad und Motorrad sind aus Metall und damit bei Gewitter gefährlich. Fahrrad oder Moped stehen lassen und Schutz suchen – aber eben nicht unter Bäumen.

Wasser – ein prima Leiter

Im Wasser verteilt sich der Blitzstrom ähnlich wie auf dem Boden über weite Flächen. Wer sich auf einem Boot aufhält, und es nicht mehr rechtzeitig an Land schafft, sollte in die beschriebene Hockestellung gehen.

Und er schlägt doch zweimal ein

Ein Blitz schlägt niemals am selben Ort ein. Falsch! Diese alte Volksweisheit widerlegten Forscher der Universität in Fairbanks. So hängt die Einschlaghäufigkeit vielmehr von der vorherrschenden Vegetation als von anderen Umständen wie beispielsweise der Höhe ab.

Dass Handys, Piercings und Armbanduhren gefährlich sind, stimmt nicht ganz. Mobile Telefone können aber sehr wohl Blitze magisch anziehen. Bei nahem Gewitter also das Handy nicht nutzen, sondern ausschalten. Piercings und Armbanduhren sind aber keine Blitzleiter. Das ist nur ein Mythos.

So entstehen Gewitter und Blitze

Warum es gerade mehr Gewitter im Sommer gibt, ist ganz einfach. Durch die starke Sonneneinstrahlung wird Wasser verdunstet und die Luft erwärmt. Wenn dann eine Kaltfront aufzieht, schiebt sich die kalte Luft unter die warme. Die feuchtwarme Luft steigt in die Höhe. Dabei kondensiert der Wasserdampf und es bilden sich Quellwolken, die schließlich zu einem Cumulonimbus anwachsen können. Im Inneren der Wolke herrschen starke Aufwinde, dadurch fallen die kleineren Regentropfen nicht nach unten.

Die Regentropfen und Eiskörnchen werden also immer wieder nach oben getragen, wo sie gefrieren und sich neues Eis anlagert. Dieser Vorgang wiederholt sich so oft, bis die Eiskörner so schwer geworden sind, dass sie von den Aufwinden nicht mehr gehalten werden können. Dann fallen entweder sehr dicke kalte Regentropfen, Graupeln oder sogar Hagelkörner aus den Cumulonimbuswolken. Durch die Aufwinde in der Wolke und die ungleiche Verteilung von Eis und Wasser entstehen Räume mit unterschiedlichen Ladungen. Der obere Teil der Cumulonimbuswolke ist normalerweise positiv geladen und der untere negativ. Wenn die Spannung zwischen den verschiedenen Ladungen sehr groß wird, kommt es zu einem Blitz. Entweder erfolgt ein Spannungsausgleich innerhalb der Wolke oder zwischen dem Erdboden und dem unteren Teil der Wolke. In seltenen Fällen kann es auch zu einem positiv geladenen Blitz zwischen dem oberen Teil der Cumulonimbuswolke und dem Erdboden kommen. Für Blitze zwischen Wolke und Erde muss der Spannungsunterschied mehr als 100 Millionen Volt betragen.

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