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Potenzmittel: Sind Viagra-Generika gefährlich?

Potenzmittel: Konkurrenz für Viagra
Klein und blau: Bevor Sie Viagra schlucken, sollten Sie sich allerdings vom Arzt untersuchen lassen, damit Sie kein blaues Wunder erleben. © dpa, Uli Deck

Viagra Generika: Preissturz bei Potenzpillen

Eine kleine blaue Pille gilt als das meistgefälschte Medikament der Welt: Viagra. Und das ist kein Wunder, denn das kultige Potenzmittel ist eine teure Angelegenheit. Nach Angaben des Herstellers Pfizer kostet eine einzige Pille 10,30 Euro (50 mg). Aber jetzt kommt es zum Potenzmittel-Preissturz, weil Pfizers Patentschutz ausgelaufen ist - zig billige Nachahmer-Produkte drängen auf den Markt. Aber sind die genauso sicher wie das Original?

Worin unterscheiden sich Original und Nachahmer-Produkt?

Vor allem im Preis. Eine Packung Viagra (4 Tabletten à 100 mg) kostet 59,82 Euro - Generika sind von jetzt an ab 19,15 Euro zu haben. Und dass, obwohl sie den gleichen Wirkstoff enthalten - das durchblutungsfördernde Mittel Sildenafil. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es schon 28 Neuzulassungen für Potenzmittel mit dem Viagra-Wirkstoff. Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, Patienten müssen die Sexpillen also selbst bezahlen. In Form und Farbe werden sich die Generika vom Original unterscheiden. Pfizers Viagra-Pille ist rautenförmig und hat keine Bruchkerbe, im Gegensatz zu vielen Nachahmer-Produkten.

Sind Viagra-Generika genauso wirkungsvoll?

Ja, denn die Wirksamkeit wird vor der Zulassung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte überprüft. Sildenafil erleichtert das Einströmen von Blut in den Penis und hilft so gegen Erektionsstörungen (Mediziner sprechen von einer "erektilen Dysfunktion"). Es gibt schon seit Jahren auch Alternativen zu dem Pfizer-Präparat wie Cialis von Lilly oder Levitra von Bayer. Deren Wirkstoffe Tadalafil und Vardenafil haben eine ähnliche Wirkung. Sogar Pfizer selbst will jetzt eine Nachahmer-Variante anbieten: Sildenafil Pfizer 50 Milligramm soll 2,50 Euro pro Tablette kosten und damit nur ein Viertel des Originals.

Sind Potenzpillen jetzt rezeptfrei?

Nein, Viagra ist in Deutschland rezeptpflichtig. Und das aus gutem Grund: Der Arzt müsse prüfen, ob der Patient die Nebenwirkungen vertrage, sagt Wolfgang Bühmann, Sprecher des Berufsverbands der Deutschen Urologen. Die Frage lautet etwa: Kommt ein 80-Jähriger rein körperlich damit zurecht, dass er wieder kann? Schließlich beeinflussen Viagra & Co. das Herz-Kreislaufsystem. Neben Kopfschmerzen und Sehstörungen können die Pillen auch zu einer schmerzhaften Dauererektion führen. Und die ist sicher nicht im Sinne des Anwenders.

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