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Postnatale Depression: Wenn nach der Geburt das Glück auf sich warten lässt

Postnatale Depression
Postnatale Depression Ursachen und Symptome 00:02:04
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Postnatale Depression ist nicht gleich Baby-Blues

Man wartet neun Monate darauf und dann ist es endlich da: das Baby! Man hat es im Bauch gespürt und getragen, sich für jedes einzelne Ultraschallbild begeistert und freut sich nun riesig über das Neugeborene – normalerweise. Denn nicht alle Frauen sind nach der Geburt glücklich mit dem Kind. Zehn Prozent der Mütter leiden an einer Postnatalen Depression, auch Wochenbettdepression genannt.

„Es ist so, dass man sich durch den Schlafentzug völlig ausgelaugt fühlt. Ich hatte wirklich das Gefühl, ich will nur schlafen. Ich hab eigentlich gar nichts mehr gemacht", erzählt Daniela S., die nach der Geburt ihres Babys eher unglücklich als glücklich war. Sie litt unter der Postnatalen Depression – oft ein Tabu-Thema, das totgeschwiegen wird und nur auf Verständnislosigkeit trifft. Eine Mutter, die nicht auf Wolke sieben schwebt? Kaum vorstellbar!

Dabei sollte man das Thema und die Symptome der Postnatalen Depression ernst nehmen, weiß Gynäkologin Eva Krawitz: „Eine Postnatale Depression äußert sich mit Symptomen wie Ängstlichkeit und Antriebslosigkeit. Mütter haben Angst, das Kind nicht so zu lieben wie sie sollten, und nicht für das Kind da sein zu können. Die Verzweiflung führt oft dazu, dass die Betroffenen abwesend sind und häufig weinen.“

Wichtig ist es, die Krankheit therapeutisch zu behandeln, um nachhaltig Folgen vorzubeugen, rät die Gynäkologin: „Bei der Postnatalen Depression hat man häufig eine Störung zwischen Mutter und Kind, weil die Mutter sich nicht mit Zuneigung und Liebe um das Kind kümmern kann.“ Um die Mutter-Kind-Beziehung zu festigen, muss auch das Kind mit in die Behandlung einbezogen werden.

Ursachen: Stress und hormonelles Ungleichgewicht

Doch was sind die Ursachen für die Wochenbettdepression? Ärzte vermuten, dass dies die Antwort auf Stress und ein Hormonungleichgewicht ist. Außerdem sind Frauen, die schon vor der Geburt an Depressionen gelitten haben, eher anfällig für die Postnatale Depression. Und auch die mangelnde Unterstützung des Partners und eine schwierige finanzielle Situation sind ausschlaggebend.

Die Postnatale Depression ist jedoch nicht gleichgesetzt mit dem Baby-Blues. Dabei handelt es sich lediglich um eine kurz andauernde psychische Verstimmung, die oft aufgrund von Schlafmangel und Erschöpfung auftritt. Diese ist völlig normal und ist nach wenigen Tagen wieder vorbei.

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