Pornos drehen: Die Lust auf private Erotikfilme

Pornos drehen: Die Lust auf private Erotikfilme
© detailblick - Fotolia

Darum werden private Erotikfilme immer beliebter

Die britische Reserviertheit ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Einer Umfrage zufolge hatte auf der Insel jeder Fünfte, der jünger als 40 ist, schon einmal Sex vor einer Kamera. Drei von zehn Menschen ließen sich schon mal nackt fotografieren. Was ist da los?

Von Cristina Martinez

In der Generation Ü-40 fallen die Zahlen niedriger aus, da sind es nur acht beziehungsweise sechs Prozent – kein Wunder: Die Älteren sind anders sozialisiert, denn sie wuchsen in einer Zeit ohne Internet und digitale Fotografie auf. Damals standen Pornos noch in den dunklen Ecken der Videotheken, waren eher Bäh und Männersache.

Für Deutschland liegt bisher keine Studie zu diesem Thema vor, vermutlich ist der Trend hierzulande und in den anderen europäischen Ländern aber sehr ähnlich.

Warum das so ist? Zum einen ist es überall so viel einfacher als früher, Videos zu drehen und Fotos zu machen. Smartphones sind mit exzellenten Kameras ausgestattet. Und wer sich ein bisschen auskennt, kann seine Werke digital verschönern und schließlich problemlos verschicken. Im vordigitalen Zeitalter war der Aufwand erheblich größer und die benötigte Ausrüstung viel teurer. Mit der Ausbreitung des Internets fielen die Porno-Schranken, Sexfilme wurden immer populärer, und was populär ist, wird nachgeahmt.

Frauen, die früher seltener Pornos schauten, da sie kaum in die verruchten Winkel der Videotheken vordrangen, werden gleichzeitig bombardiert mit Studien und Erkenntnissen zu ihrer Lust und Sexualität.

Die Schamgrenzen sinken

Ein schneller Blick in zwei einschlägige Zeitgeist-Magazine des Monats Februar ergab: Eine Frau, die up to date ist, kann mit Monogamie absolut nichts anfangen, sie träumt von Sex mit Fremden und schaut sich an einem langweiligen Montag im Büro bevorzugt Internet-Seiten an, auf denen gut gebaute Männer posieren. Auf Unterwäsche verzichtet sie auch im Winter, besonders gern trägt sie Strumpfhosen ohne Slip, weil es so schön kribbelt. Und sie kauft sich mindestens einmal pro Monat einen neuen, bunten Dildo. Einen Lover, der sie nicht regelmäßig zum Höhepunkt bringt, serviert sie umgehend gnadenlos ab. Fazit: Es gehört einfach zum Lifestyle einer coolen Lady des 21. Jahrhunderts, so oft wie möglich enthemmten Sex zu haben.

So sinken die Schamgrenzen, und so erklärt sich die zunehmende Zahl an Hobby-Pornofilmern – und natürlich auch an Opfern. Denn es soll nicht selten vorkommen, dass sich ein abservierter Liebhaber an seiner Ex rächt, indem er brisantes Material öffentlich macht. Was einmal digital aufgenommen ist, kann beliebig reproduziert werden. Wer unter die Amateur-Pornodarsteller geht, sollte das möglichst im Auge haben. Denn sonst ist nachher das Gejammere groß.

Anzeige